Erneuerbare Energie: Sachsen mit zweitwenigsten Windrädern unter Flächenländern

Datum23.07.2026 12:57

Quellewww.zeit.de

TLDRSachsen hat unter den Flächenländern nach dem Saarland die zweitwenigsten Windräder. Im Freistaat sind 844 Anlagen mit 1.435 MW Leistung in Betrieb, die sächsischen Windräder sind mit 21 Jahren im Durchschnitt am ältesten. Der Ausbau geriet in den ersten sechs Monaten nur geringfügig positiv, da mehr Anlagen abgebaut als neu in Betrieb genommen wurden. Der Freistaat hinkt den Zielen zur Ausweisung von Flächen für Windenergie hinterher, plant aber, aufzuholen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Erneuerbare Energie“. Lesen Sie jetzt „Sachsen mit zweitwenigsten Windrädern unter Flächenländern“. Im Vergleich der Flächenländer hat Sachsen die zweitwenigsten Windräder. Das geht aus einer Auswertung der Fachagentur Wind und Solar im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) und des Verbandes VDMA Power Systems hervor. Im Freistaat standen demnach im Juni 844 Windenergieanlagen mit 1.435 Megawatt (MW) Leistung. Weniger gab es nur im Saarland (218), das jedoch gut siebenmal kleiner ist als Sachsen.  Die mit Abstand meisten Windräder stehen in Niedersachsen (6.251 Anlagen mit 14.322 Megawatt Leistung). Aus dem Land kommt ein Fünftel der deutschen Windenergie. Aus Sachsen lediglich 2 Prozent. Bei der Auswertung wurden ausschließlich Windenergieanlagen an Land betrachtet. Im ersten Halbjahr sind in Sachsen sechs Windräder mit einer Leistung von 36 MW neu in den Betrieb gegangen, während 21 Anlagen mit 24,6 MW abgebaut wurden. Die Windenergieleistung wuchs demnach um 11 MW. Im Vergleich der Flächenländer liegt Sachsen damit im unteren Drittel. Spitzenreiter beim Ausbau ist Nordrhein-Westfalen mit 502 MW. Auf dem letzten Platz liegt Sachsen-Anhalt mit einem Rückgang um 50 MW. Die sächsischen Windräder sind zudem vergleichsweise alt: 42 Prozent wurden bereits vor 2005 errichtet. Mit im Schnitt 21 Jahren ist der Bestand der älteste im Ländervergleich. Bei den Genehmigungen neuer Anlagen gab es in Sachsen hingegen einen deutlichen Schub. Bis Juni wurden 312 MW genehmigt, das waren gut 100 MW mehr als im gesamten Jahr 2025. Das sächsische Energieministerium hatte zuletzt angekündigt, beim Ausbau der Windenergie deutlich aufholen zu wollen. Anfang Juni befanden sich demnach 139 weitere Windenergieanlagen mit einer Leistung von insgesamt 882 Megawatt im Genehmigungsverfahren. In den kommenden Jahren sei daher mit einem spürbaren Zuwachs bei der Stromerzeugung aus Windkraft zu rechnen. Lediglich 0,3 Prozent der Landesfläche wurden demnach für Windenergie genutzt oder ausgewiesen. Sachsen hinkt damit deutlich hinter den bundesweiten Vorgaben hinterher: Bis 2027 sollen in Sachsen 1,3 Prozent der Landesfläche für Windenergie ausgewiesen werden, bis 2032 zwei Prozent. © dpa-infocom, dpa:260723-930-426594/1