Jugendhilfe: Linke halten Ausbau der Jugendhilfe für geboten

Datum23.07.2026 12:25

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Linken fordern einen Ausbau der sächsischen Jugendhilfe aufgrund gestiegener Belastungen für junge Menschen wie Kriegsangst und Inflation. Sie schlagen eine Erhöhung der Jugendpauschale von 14,50 auf mindestens 17,50 Euro pro Kopf und Jahr vor. Dies sei eine Investition in soziale Angebote und Chancengerechtigkeit, da viele junge Menschen von diesen abhängig seien und psychische Belastungen zunähmen. Die Partei kritisiert zudem Sozialabbau auf Bundesebene.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Jugendhilfe“. Lesen Sie jetzt „Linke halten Ausbau der Jugendhilfe für geboten“. Die Linken halten einen Ausbau der Jugendhilfe für notwendig. "In einer Zeit gesellschaftlicher und finanzieller Unsicherheit braucht die sächsische Kinder- und Jugendhilfe ein klares Signal", betonte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel. Die Belastungen für junge Menschen seien erheblich gestiegen.  Konkret schlagen die Linken eine Erhöhung der Jugendpauschale von derzeit 14,50 Euro auf mindestens 17,50 Euro pro Jahr vor, zudem solle der Betrag jährlich angepasst werden, so die Forderung. Die Jugendpauschale ist eine Summe, die das Land den Kommunen für jeden dort lebenden Jugendlichen überweist. Kriegsangst, Inflation, Energiekrise, wachsender Leistungsdruck und Zukunftsängste prägten den Alltag junger Menschen. "Studien zeigen, dass rund jeder fünfte junge Mensch psychische Auffälligkeiten aufweist - ein deutlich höherer Anteil als noch vor der Corona-Pandemie", hob Nagel hervor. Viele Familien mit Kindern könnten sich keinen Urlaub leisten und seien so auf die Angebote der Kinder- und Jugendarbeit angewiesen. Nagel begrüßte es, dass die Regierung der Forderung ihrer Partei nach einem Ausbau der Jugendpauschale im Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 zumindest in Ansätzen nachkommt. Mit einem Antrag an das Parlament schlagen die Linken nun den Ausbau der Pauschale vor. "Jeder Euro, der in Jugendclubs, offene Angebote, Schulsozialarbeit und Bildung fließt, ist eine Investition in Räume für junge Menschen, in den sozialen Zusammenhalt und mehr Chancengerechtigkeit." Die Linken werfen der Koalition auf Bundesebene vor, ein massives Programm zum Sozialabbau zu betreiben. "Kürzungen beim Wohngeld oder die Einführung der Grundsicherung betreffen gerade junge Menschen in prekärer Lebenslage mit voller Wucht", so Nagel. Eine moderate Erhöhung der Jugendpauschale könne massive Kürzungen in anderen Bereichen nicht ausgleichen. Zudem müsse gesichert sein, dass die kommunale Ebene ihren Beitrag zur Finanzierung der Jugendhilfelandschaft nicht absenkt. © dpa-infocom, dpa:260723-930-426338/1