Datum23.07.2026 12:04
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Nymphenbad im Dresdner Zwinger wird saniert. Seit Juni schützt eine Einhausung die Brunnenkaskade, um Restaurierungsarbeiten zu ermöglichen. Jahrelanger Wasserfluss und organische Ablagerungen haben den
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Denkmäler“. Lesen Sie jetzt „Nymphenbad im Zwinger wird saniert“. Das Nymphenbad im Dresdner Zwinger bekommt eine Verjüngungskur. Seit Anfang Juni schützt eine Einhausung die Brunnenkaskade vor Witterungseinflüssen und bietet optimale Arbeitsbedingungen für die Steinbildhauer und Restauratoren aus der Zwingerbauhütte, teilte der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien und Baumanagement (SIB) mit. Die letzte große Sanierung des barocken Brunnens erfolgte 2008. Bis Herbst sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Nach Angaben des SIB hat die jahrelange Nutzung des Brunnens sichtbare Spuren an der historischen Anlage hinterlassen. Der stetige Wasserfluss - jährlich von Mai bis Oktober - habe den weichen Sandstein gezeichnet, organische Ablagerungen wie Flechten, Moose und Algen hätten die Oberflächenstruktur angegriffen. "Zudem hat das Auswaschen von Kalk aus den Fugenmörteln zu hartnäckigen Schleiern auf den Skulpturen und Wänden geführt." Um die Schäden zu beseitigen, kommen diverse handwerkliche Verfahren zum Einsatz. So werden die störenden Kalkschichten entfernt und mit Ameisensäure gelöst, organische Beläge mittels Wasserdampf. Ein weiterer Aspekt ist die Entsalzung des Gesteins: Mittels Kompressen aus Zellstoff und Ton, die mit entmineralisiertem Wasser getränkt werden, zieht man die Salze aus dem Stein. Parallel dazu formen die Fachleute erodierte Steinpartien nach und fertigen detailgetreue Nachbildungen der sogenannten Prallsteine, auf sie trifft das Wasser aus den Fontänen. Die filigranen Balustradenfiguren sowie die zentralen Skulpturengruppen wurden demontiert und werden direkt in den Räumen der Zwingerbauhütte restauriert, bevor sie im Herbst an ihren angestammten Platz zurückkehren. Das Nymphenbad entstand zwischen 1712 und 1719 und wurde von Matthäus Daniel Pöppelmann aus Sandstein des Elbsandsteingebirges konstruiert. Fertig gestellt wurde es anlässlich der Hochzeit des Kurprinzen Friedrich August II. mit Maria Josepha von Österreich. © dpa-infocom, dpa:260723-930-426157/1