Aufsehenerregender Fall: Dauerkranke Lehrerin klagt gegen Bezirksregierung

Datum23.07.2026 11:20

Quellewww.zeit.de

TLDREine seit 2009 dauerkranke Lehrerin klagt gegen ihre Zurruhesetzung durch die Bezirksregierung Düsseldorf. Das Disziplinarverfahren ist ausgesetzt, da auch ein strafrechtliches Verfahren wegen Betrugs läuft. Der Verdacht besteht, dass sie ihre Dienstunfähigkeit vortäuschte und als Heilpraktikerin arbeitete. Ihre Bezüge wurden auf das Ruhegehalt reduziert.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Aufsehenerregender Fall“. Lesen Sie jetzt „Dauerkranke Lehrerin klagt gegen Bezirksregierung“. Im Fall der seit fast 17 Jahren krankgeschriebenen Lehrerin kann das Disziplinarverfahren nach Angaben des Schulministeriums noch nicht abgeschlossen werden. Es sei ausgesetzt worden, weil es parallel ein strafrechtliches Verfahren gebe, hieß es. Die betroffene Lehrkraft hat nach Darstellung des Ministeriums nicht mehr Anspruch auf die vollen Bezüge, sondern nur noch in Höhe des ihr zustehenden Ruhegehalts. Das gelte trotz der von der Lehrerin erhobenen Klage. Die Bezirksregierung Düsseldorf erklärte, sie arbeite intensiv daran, den Vorgang um die langfristig erkrankte Lehrkraft abzuschließen. Sie verwies dabei auf das Landesbeamtengesetz.  Die Beamtin hat beim Verwaltungsgericht Düsseldorf nach Angaben eines Gerichtssprechers Klage gegen die Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht. Damit wehre sie sich gegen eine Anordnung der Bezirksregierung, die Frau in den Ruhestand zu versetzen.  Der Fall der Lehrerin aus dem Ruhrgebiet, die an einem Berufskolleg in Wesel tätig war, hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht und auch die Landespolitik beschäftigt. Die Pädagogin hatte seit 2009 nicht mehr unterrichtet. Immer wieder ließ sie sich krankschreiben, ohne dass das Land eingriff und eine amtsärztliche Untersuchung einforderte. Gegen die Lehrerin und einen Mitarbeiter der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf wurden deshalb Disziplinarverfahren eingeleitet.  Inzwischen wurde die Frau nach Angaben des Gerichtssprechers amtsärztlich untersucht, Ende Mai ordnete die Bezirksregierung ihre Versetzung in den Ruhestand an. Am 29. Juni sei die Klage der Lehrerin beim Verwaltungsgericht eingegangen.  Überdies ermittelt die Staatsanwaltschaft Duisburg gegen die Lehrerin wegen Betrugs. Im März hatten Ermittler ihre Wohnung durchsucht. Nach damaligen Angaben bestehe der Verdacht, dass sie ihre Dienstunfähigkeit vorgetäuscht und während ihrer Krankschreibung als Heilpraktikerin gearbeitet habe. © dpa-infocom, dpa:260723-930-425803/1