Überlange Arbeitszeiten: Selbstständige kommen besonders häufig auf überlange Arbeitszeiten

Datum23.07.2026 10:17

Quellewww.zeit.de

TLDR2025 arbeiteten in Deutschland 2,1 Millionen Vollzeitbeschäftigte regelmäßig über 48 Stunden pro Woche. Davon waren besonders Selbstständige und Führungskräfte betroffen. Solo-Selbstständige und Selbstständige mit Beschäftigten hatten mit 23% und 44,5% die höchsten Anteile. Ältere Erwerbstätige arbeiteten im Durchschnitt länger. Frauen waren unter den Führungskräften weiterhin unterrepräsentiert. Gleichzeitig empfinden immer weniger Teilzeitbeschäftigte ihre Tätigkeit als Notlösung.

InhaltÜber zwei Millionen Menschen haben 2025 in Deutschland regelmäßig länger als 48 Stunden gearbeitet. Besonders stark traf das auf Selbstständige und Führungskräfte zu. Rund 2,1 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten regelmäßig überlang. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, entsprach das im vergangenen Jahr einen Anteil von 7,1 Prozent der rund 30 Millionen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland. Als überlange Arbeitszeiten gelten Wochenarbeitszeiten von über 48 Stunden. Die Statistik zeigt, dass vor allem Führungskräfte längere Arbeitszeiten hatten. Selbstständige mit Beschäftigten (44,5 Prozent) und Solo-Selbstständige (23,0 Prozent) waren demnach ​am häufigsten betroffen. Der Anteil bei vollzeitbeschäftigten ⁠Arbeitnehmern lag bei 4,1 Prozent. Im Durchschnitt betrug ​die Wochenarbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten im vergangenen Jahr 40,2 Stunden. "Generell gilt: je älter die Erwerbstätigen, desto länger die ‌Arbeitszeiten", teilte das Bundesamt mit. Von den Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren arbeiteten demnach 1,4 Prozent mindestens 49 Stunden pro Woche, bei den ​55- bis 64-Jährigen lag der Anteil hingegen bei 9,6 Prozent. "Einer der Gründe für die deutlichen Unterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei Führungskräften, die eher in höheren Altersgruppen und bei Männern zu finden sind", hieß es. Das Bundesamt teilte zudem mit, dass nur knapp ein Drittel der Führungskräfte im vergangenen Jahr Frauen waren (30,3 Prozent). Dem gegenüber stand ein deutlich höherer Frauenanteil an der Gesamtheit der Erwerbstätigen. Laut Bundesamt waren fast die Hälfte aller Erwerbstätigen Frauen (47,1 Prozent). Der Anteil weiblicher Führungskräfte ist in den vergangenen 30 Jahren nur um 4,5 Prozentpunkte gewachsen. Die Daten zeigen, dass mehr Menschen in Deutschland eine Anstellung in Teilzeit nicht mehr als Notlösung auffassen. Demnach betrachteten 2025 4,9 Prozent der rund 13 Millionen Teilzeitkräfte ihre Tätigkeit als Notlösung, weil sie zunächst keine Vollzeitstelle gefunden haben. Dieser Anteil ist deutlich rückläufig, denn noch in Jahr 2015 hatten sich 12,9 Prozent der Teilzeitbeschäftigten auf diese Art unzufrieden gezeigt.