Datum23.07.2026 10:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRRusslands Außenminister Lawrow und sein US-Kollege Rubio trafen sich in Manila und sprachen über den Ukrainekrieg und den Nahen Osten. Lawrow informierte über die Frontlage aus russischer Sicht und lehnte weitere Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Er warf europäischen Staaten Destabilisierungspolitik vor. Russland bekräftigte seine Bereitschaft zu Verhandlungen basierend auf früheren Abkommen, die die Ukraine jedoch ablehnt. Gespräche über den Nahen Osten sowie die Raumfahrt fanden ebenfalls statt.
InhaltDer russische Außenminister Lawrow und sein US-Amtskollege Rubio haben sich in Manila über den Krieg in der Ukraine und die Lage im Nahen Osten ausgetauscht. Russland nutzte die Gelegenheit, um Vorwürfe gegen Europa zu äußern. Die Außenminister Russlands und der USA, Sergej Lawrow und Marco Rubio, haben bei einem Treffen in Manila über Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine gesprochen. Lawrow habe seinen US-Kollegen über die Lage an der Front aus russischer Sicht informiert und sich gegen weitere Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Demnach warf Lawrow auch den europäischen Staaten vor, mit einer Politik der Destabilisierung auf eine strategische Niederlage Russlands hinzuarbeiten. Die beiden Minister verabredeten sich am Rande des Asean-Außenministertreffens in der philippinischen Hauptstadt. Russischen Medien zufolge dauerte das auf US-Initiative organisierte Gespräch lediglich 35 Minuten. Wie das Ministerium in Moskau weiter mitteilte, habe Lawrow dabei erneut die Bereitschaft Russlands zu Verhandlungen über eine Beendigung des Krieges betont. Grundlage dafür müssten jene Vereinbarungen sein, denen Kremlchef Wladimir Putin bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump voriges Jahr im August in Anchorage zugestimmt habe. Der konkrete Inhalt der Gespräche ist bis heute unklar. Russland hatte danach immer wieder erklärt, dass es zu einem Waffenstillstand bereit sei, wenn sich die Ukraine aus ihrem eigenen und bisher nicht von Moskau kontrolliertem Gebiet im Donbass zurückziehe. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnte solche Gebietsgeschenke an Russland kategorisch wiederholt ab. Rubio und Lawrow sprachen nach Angaben des russischen Außenministeriums auch über die Lage im Nahen Osten. Details gab es nicht. Russland kritisiert als Verbündeter Irans immer wieder die US-Angriffe auf die islamische Republik am Persischen Golf. Lawrow habe zudem die Wiederaufnahme vollwertiger Kontakte zwischen den Raumfahrtbehörden beider Länder begrüßt. Russland und die USA betreiben gemeinsam die Internationale Raumstation ISS. Es sei vereinbart worden, die Kontakte zwischen Moskau und Washington fortzusetzen, hieß es. Lawrow und Rubio hatten bereits am Dienstag kurz miteinander gesprochen. Die Außenminister hatten sich zuletzt im Juli 2025 in Malaysia gesehen – ebenfalls im Rahmen der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean.