Grenzkonflikt: Thailand beginnt mit Bau eines Grenzzauns zu Kambodscha

Datum23.07.2026 07:18

Quellewww.zeit.de

TLDRThailand beginnt mit dem Bau eines Grenzzauns zu Kambodscha, um die Grenze zu sichern. Nach Gefechten im letzten Jahr wurde ein 1,3 km langer Pilotabschnitt aus Stahlbeton errichtet. Weitere sieben Kilometer sind geplant, ein durchgehender Zaun ist nicht vorgesehen. Die Anlage soll nur in unstrittigen Gebieten entstehen. Kambodscha stimmt einem Zaun auf thailändischem Territorium unter Vorbehalt zu, solange keine ungeklärten Besitzansprüche betroffen sind und die Grenze durch eine Kommission geklärt ist.

InhaltVergangenes Jahr lieferten sich Thailand und Kambodscha Gefechte um die gemeinsame Grenze. Nun hat Thailand einen ersten Zaunabschnitt in unstrittigem Gebiet errichtet. Thailands Militär hat den ersten Abschnitt eines dauerhaften Grenzzauns zum Nachbarn Kambodscha errichtet. Der 1,3 Kilometer lange Pilotabschnitt liegt in der Provinz Chanthaburi und besteht aus Stahlbetonplatten mit Stahlgitter und Stacheldraht. Armeechef Ukrit Boontanon bezeichnete die Anlage als "stabil, stark und dauerhaft". Die Betonplatten seien getestet worden und könnten Beschuss mit Kleinwaffen standhalten. Der Zaun soll zunächst um weitere gut sieben Kilometer verlängert werden. Ein durchgehender Zaun entlang der mehr als 800 Kilometer langen Grenze ist nach Angaben des Militärs nicht geplant. Es werde jeweils einzeln geprüft, wo eine feste Barriere sinnvoll sei. In Abschnitten mit ungeklärtem Grenzverlauf würden vorerst provisorische Sperren aus scharfem Stacheldraht errichtet. Der Konflikt geht auf eine unklare Grenzziehung durch die frühere Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907 zurück. Wie die rund 800 Kilometer lange Grenze verlaufen soll, ist bis heute nicht abschließend geklärt und war schon mehrfach Anlass für Gefechte. Im vergangenen Jahr waren die Streitkräfte beider Länder in wochenlange Kämpfe verwickelt, bei denen fast 150 Menschen getötet wurden und Hunderttausende auf beiden Seiten der Grenze flohen. Seit Ende Dezember gilt eine fragile Waffenruhe. Aus Kambodscha kam zuletzt eine zurückhaltende Reaktion. Die Regierung in Phnom Penh teilte mit, sie habe grundsätzlich nichts gegen einen Grenzzaun auf thailändischem Staatsgebiet einzuwenden. Voraussetzung sei, dass die Anlage nicht in Gebieten mit ungeklärten Besitzansprüchen errichtet werde und der Grenzverlauf zuvor von der gemeinsamen Grenzkommission beider Länder geklärt worden sei.