Datum23.07.2026 08:56
Quellewww.zeit.de
TLDRDas Statistische Bundesamt meldet, dass 2025 fast jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern eine Einelternfamilie war, darunter überwiegend Frauen. Das Armutsrisiko in diesen Haushalten ist mit 28,9 Prozent mehr als doppelt so hoch wie in Paarhaushalten (12,0 Prozent). Eine geplante Gesetzesreform, die den Unterhaltsvorschuss auf Kinder unter 16 Jahre beschränkt, würde 373.000 Kinder zwischen 16 und 17 Jahren von dieser Leistung ausschließen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Statistisches Bundesamt“. Lesen Sie jetzt „Alleinerziehende: Mehr als doppelt so hohes Armutsrisiko“. 2025 haben rund 1,62 Millionen Alleinerziehende in Deutschland gelebt. Damit hatte knapp jede fünfte Familie mit minderjährigen Kindern nur ein Elternteil, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zehn Jahre zuvor waren es noch 1,65 Millionen Alleinerziehende. Ihr Anteil an allen Familien mit Kindern unter 18 Jahren lag damals bei 20,5 Prozent und damit leicht höher als 2025. Laut den Daten lebten im vergangenen Jahr insgesamt rund 2,36 Millionen Kinder unter 18 Jahren mit nur einem Elternteil zusammen. Das entspricht demnach 16,8 Prozent aller Minderjährigen in Deutschland. Zudem sind Alleinerziehende weiterhin überwiegend Frauen: 2025 waren demnach 84,4 Prozent der Alleinerziehenden mit Kindern unter 18 Jahren Mütter. Das Armutsrisiko ist in Alleinerziehenden-Haushalten deutlich höher als im Durchschnitt. 28,9 Prozent der Menschen dort galten einer Erhebung zufolge zuletzt als armutsgefährdet. In Haushalten von Paaren mit einem oder mehreren Kindern seien lediglich 12,0 Prozent der Menschen von Armut bedroht. Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden und ihren Kindern sei damit mehr als doppelt so hoch. Ein Reformvorschlag der Bundesregierung sieht laut Statistikerinnen und Statistikern vor, dass künftig nur noch Kinder unter 16 Jahren einen Unterhaltsvorschuss bekommen sollen. Bisher liege die Altersgrenze bei 18 Jahren. Von der geplanten Änderung wären laut Mitteilung 21,2 Prozent der Alleinerziehenden-Familien betroffen. 2025 waren 373.000 Kinder von Alleinerziehenden 16- und 17-Jährige und würden ihren Anspruch auf Unterhaltsvorschuss verlieren, sofern die Reform umgesetzt wird. © dpa-infocom, dpa:260723-930-425054/1