Elbvertiefung: Der tägliche Newsletter aus Hamburg: Wer in Hamburg »Die Odyssee« sehen will, muss selbst eine überstehen

Datum23.07.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Artikel behandelt verschiedene aktuelle Themen in Hamburg. Dazu gehören die Schwierigkeiten, Kinos aufgrund von Baustellen zu erreichen, die Verlängerung des Hamburger Sommerdoms und die Ankunft von 75.000 Zeugen Jehovas für ein Treffen. Des Weiteren wird die mögliche Schließung des Karstadt-Kaufhauses in Eimsbüttel thematisiert. Kurzmeldungen berichten von einem Verkehrsunfall und der Verpflichtung eines neuen HSV-Stürmers. Ein Kommentar kritisiert das geplante Alkoholverbot an Bahnhöfen.

InhaltDie Elbvertiefung am Donnerstag – mit 25% mehr Sommerdom und dem Suizid des mutmaßlichen Täters von Stade der Superkultursommer ist vorbei (Z+). Die Theater haben sich in die Spielzeitpause verabschiedet, ebenso die Elbphilharmonie, das Literaturhaus und diverse Veranstaltungsreihen. Was kann man in Hamburg jetzt überhaupt noch machen? Ins Kino gehen! Ob Obsession oder Odyssee: Es läuft gerade einiges, das man sich mal anschauen könnte. Wobei ein Kinobesuch dieser Tage nicht ganz einfach ist. Als ich am Dienstagabend aus Altona in Richtung Abaton fuhr, ereilte mich die erste Vollsperrung in der Friedensallee (dort wird die Kreuzung rund um den S-Bahnhof Bahrenfeld erneuert), die zweite in der Max-Brauer-Allee (dort wird die Sternbrücke ersetzt), die dritte kurz hinter dem Schlump (dort ist irgendwas mit dem Haus der Erde?). Objektiv betrachtet ist das herrlich: Jede Baustelle ist ein Beweis, dass in dieser Stadt noch Geld vorhanden ist und zumindest Teile davon verwendet werden, um die Infrastruktur zu reparieren, zu erneuern und auszubauen. Aber subjektiv betrachtet ... na ja, das wissen Sie vermutlich selbst. Falls Sie sich die Odyssee ersparen wollen, zumindest die auf den Straßen, könnten Sie die U4 bis Überseequartier nehmen oder die S3 bis Harburg-Rathaus. Dort sind in den vergangenen Jahren gegen den Branchentrend neue Kinos entstanden: Das Kinopolis (bombastische Ausstattung, breitenwirksames Programm) und das Metropolis im Planet Harburg (der Charme eines Vortragssaals, aber liebevoll ausgewählte Filme, teils mit Gästen oder Livemusik). Überhaupt sind Kinos die besten Orte, um Sommertage zu verbringen. Wenn es draußen heiß ist, sind sie kühl. Und wenn es draußen regnet, sind sie trocken. Man darf nur nicht den Fehler machen, ins Open-Air-Kino zu gehen. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag Ihr Oskar Piegsa PS: Respekt an alle Paketboten, Moia-Fahrerinnen, ambulanten Pflegekräfte und andere Menschen, die sich täglich durchs Verkehrschaos quälen. Halten Sie durch! Morgen beginnt der Sommerdom – und wird erstmals fünf statt nur vier Wochen dauern. Das teilte die Wirtschaftsbehörde mit. Eine Besucherbefragung habe ergeben, dass viele Gäste eine zusätzliche Woche wünschten. Dies wird nun für zwei Jahre getestet. Im August treffen sich Mitglieder der Zeugen Jehovas im Volksparkstadion. 75.000 Besucher aus 25 Ländern werden erwartet, so der Sprecher der Zeugen Jehovas in Norddeutschland, Michael Tsifidaris. Auch ein Besuch der KZ-Gedenkstätte Neuengamme ist geplant, um sich mit der Verfolgungsgeschichte der Glaubensgemeinschaft zu beschäftigen. Das frühere Karstadt-Warenhaus in Eimsbüttel ist mal wieder gefährdet. Es gehört zu 33 Standorten, die von der Kette Galeria auf ihre Rentabilität geprüft werden. Der Konzern, der rund 12.000 Menschen beschäftigt, hatte Anfang 2024 zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Aus den Polizeimeldungen: Bei einem Verkehrsunfall zwischen einem Bus und einem Kleinlaster in Rotherbaum sind gestern zwei Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Der Unfall ereignete sich kurz nach 14 Uhr auf der Buslinie 5, Edmund-Siemers-Allee Richtung Grindelallee. Die Polizei ermittelt zur Unfallursache. Und nun zum Sport: Der HSV hat Stürmer Patson Daka ablösefrei verpflichtet. Der 27-Jährige spielte zuletzt für Leicester City und als Nationalspieler für Sambia. Inzwischen ist er im Trainingslager des HSV in Österreich angekommen. Bald ist Alkoholkonsum an Bahnhöfen tabu. Ist zwar widersprüchlich und nicht durchsetzbar – aber egal! Am besten verbietet die Bahn gleich noch ein paar mehr Probleme. Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Kommentar von ZEIT-Redakteur Mark Spörrle. Grandios, jetzt steht sie also, die erste große Konzern-Reform der Bahn. Der Fernverkehr verfehlt ein Pünktlichkeitsziel nach dem anderen, die Baustellen treiben Mitarbeiter und Mitfahrende in den Wahnsinn, die Bordbistros, sofern geöffnet, werden zunehmend zu therapeutischen Abklingbecken. Aber Bahnchefin Evelyn Palla hat zum zehnten Monat ihrer Amtszeit etwas rausgehauen, das klare Kante zeigt: ein Verbot! Ein flächendeckendes! Spätestens Mitte Oktober soll an sämtlichen 5.400 deutschen Bahnhöfen das Trinken von Alkohol auf Bahnsteigen und in Bahnhofshallen verboten sein. So einfach ist das nämlich: Problem verboten – Problem gelöst, kurz und knackig, ohne Diskussion. Selbst Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) findet Pallas Idee so phänomenal, dass man sie nicht "vom ersten Moment an direkt in die Tonne treten sollte". Für ihn ein dickes Kompliment. Halten wir uns jetzt nicht mit Detailfragen auf, etwa, wie der einzig verbliebene Bahnmitarbeiter an einem gottverlassenen thüringischen Haltepunkt dieses Verbot gegenüber 20 Fußballfans durchsetzen soll. Oder ob DB-Sicherheitskräfte bei Reisenden, die sich trotz der tristen Lage bei der Bahn verdächtig fröhlich fortbewegen, bald Taschenkontrollen durchführen, um zu prüfen, ob eventuell mitgeführte alkoholische Getränke noch originalverschlossen sind (erlaubt!) oder aber geöffnet (verboten!). Denn Evelyn Palla hat durchaus einen Punkt: Viele Bahnhöfe sind in der öffentlichen Wahrnehmung zu Angst- und Ekelorten geworden. Ein Alkoholverbot adressiert nicht nur das Bauch- und Sicherheitsgefühl, es kann, ganz ohne Milliardeninvestitionen, auch Konflikte reduzieren sowie Reinigungs- und Instandhaltungskosten sparen. Welche Erfahrungen bereits am Hamburger Hauptbahnhof mit einem Alkoholverbot gesammelt werden konnten und was man aus ihm für ein generelles Verbot lernen kann, lesen Sie weiter in der ungekürzten Fassung. → Zum Kommentar "Der Gefangene musste rund um die Uhr beobachtet werden" Fatih G. wurde vorgeworfen, in Stade sechs Menschen getötet zu haben. Er wurde gefasst – und nahm sich in der Zelle das Leben. Wie konnte das passieren? ZEIT-Autor Tom Kroll ist der Frage nachgegangen. → Zum Artikel (Z+) Die Ergebnisse der künstlerischen Workshops des Klimaströme-Festivals werden am kommenden Wochenende präsentiert. In Wien, Brüssel und Hamburg haben in den vergangenen Wochen Kinder und Jugendliche zum Thema "Fabulous Food Futures" gearbeitet, mit Blick auf Ernährung und Klimagerechtigkeit. Was sie erarbeitet haben, wird jetzt auf der MS Stubnitz ausgestellt, dazu gibt es ein vielseitiges Programm. Klimaströme Festival, 25.07. ab 14 Uhr, 26.7. ab 12 Uhr, MS Stubnitz In der Apotheke. Kundin zu meiner Kollegin: "Na, was macht Ihr Alter?" Kollegin zu mir: "Sie meint mein Pferd." Gehört von Cornelia Tönnesmann Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren.