Datum23.07.2026 05:47
Quellewww.zeit.de
TLDRDie USA setzten ihre Angriffe auf den Iran fort, um dessen Fähigkeit zur Bedrohung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen. Dabei wurden zwei Iraner getötet. Die Revolutionsgarden erklärten, drei Öltanker seien "verleitet" worden, eine Minenroute zu passieren. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz griff unterdessen saudische Öltanker im Roten Meer an und begründete dies mit einer Verletzung der Seeblockade. US-Präsident Trump drohte mit Vergeltung, während der Iran eine "Auge um Auge"-Doktrin ankündigte.
InhaltDas US-Militär hat den Iran die zwölfte Nacht in Folge angegriffen. Auf Trumps Drohungen reagiert der Iran mit einer "Auge um Auge"-Doktrin. Das war die Nacht Das US-Militär hat in der Nacht seine Angriffe auf den Iran fortgesetzt. Es war die zwölfte nächtliche Angriffswelle in Folge. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) sagte erneut, die Angriffe dienten dazu, "Irans Fähigkeit weiter zu schwächen, zivile Seeleute und Handelsschiffe in den Gewässern der Region zu bedrohen". Die USA versuchten, die Kontrolle über die Straße von Hormus zurückzugewinnen und den internationalen Schiffsverkehr wiederherzustellen. Nach dem Ende der rund fünfstündigen Angriffswelle teilte die US-Armee mit, sie habe Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Iran angegriffen. Iranische Staatsmedien berichteten, US-Raketen hätten am späten Mittwochabend Ziele nahe den Städten Ahwas, Ramhormus und Andimeschk im Westen des Irans getroffen. Bei einem weiteren US-Raketenangriff auf die Stadt Schalamtscheh an der irakischen Grenze seien zudem zwei Menschen getötet worden, meldeten die Staatsmedien. Auch der Iran flog offenbar neue Angriffe auf US-Stützpunkte in der Region: Die Armee von Kuwait teilte in der Nacht mit, dass sie "feindliche Drohnenangriffe" bekämpfe. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten zudem, drei Öltanker seien an der Durchfahrt durch die Straße von Hormus gehindert worden. Die drei Schiffe seien von der US-Armee "verleitet" worden, die mit Minen versehene südliche Route in der Meerenge zu passieren, hieß es in einer von den staatlichen Medien verbreiteten Erklärung. Demnach soll eines der Schiffe explodiert sein. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker im Roten Meer angegriffen. Die Schiffe hätten eine von der Gruppe verhängte Seeblockade verletzt, teilte die Huthi-Miliz zur Begründung mit. Aus Saudi-Arabien hieß es, ein Schiff sei getroffen worden und ein Feuer an Bord ausgebrochen. US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch in den sozialen Medien damit gedroht, die USA würden künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran zerstören, wenn das Land ein Schiff in der Straße von Hormus angreife. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi antwortete daraufhin, sein Land werde eine Verteidigungsdoktrin nach dem Prinzip "Auge um Auge" verfolgen. "Jede Aggression gegen den Iran, einschließlich gegen unsere Infrastruktur, wird eine starke und entschlossene Antwort erzwingen", schrieb er auf der Plattform X. Auch der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, der die Verhandlungen mit den USA geleitet hatte, reagierte auf Trumps Drohungen. "Wir haben wiederholt gesagt, dass die Situation in der Straße nicht zu den Bedingungen vor dem Krieg zurückkehren wird", schrieb er in den sozialen Medien. Vor den jüngsten Angriffen besuchte der iranische Innenminister Eskandar Momeni Pakistan, einen wichtigen Vermittler in dem Konflikt, um die Diplomatie wiederzubeleben. Unklar blieb jedoch, welche neue Vereinbarung den Krieg beenden könnte, der sich zuletzt zunehmend zu einem Kampf um die Kontrolle der Straße von Hormus entwickelt hat. Der Sprecher des iranischen Innenministeriums, Ali Seiniwand, sagte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, "die Diplomatie sei nicht beendet" und Nachrichten würden weiterhin ausgetauscht. Einzelheiten nannte er nicht. Angesichts der neuen Eskalation stieg der Ölpreis auf den höchsten Stand seit mehr als sechs Wochen . Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um zwei Prozent auf 96 US-Dollar. Als Gründe nannten Händler die fortgesetzten US-Angriffe auf den Iran sowie Attacken der Huthi-Miliz auf Öltanker im Roten Meer. Verfolgen Sie alle weiteren Entwicklungen in unserem Liveblog.