Datum23.07.2026 05:19
Quellewww.zeit.de
TLDRTesla verzeichnete im zweiten Quartal einen Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr, bedingt durch Rabatte und geringere Erlöse aus CO2-Zertifikaten, deren Handel durch die US-Regierung beeinträchtigt wurde. Trotz eines unerwartet hohen Umsatzanstiegs infolge gestiegener Auslieferungen, meldete das Unternehmen erstmals seit über zwei Jahren einen negativen freien Cashflow. Dies wird auf hohe Investitionen in KI und Robotik zurückgeführt, wobei die Anleger auf eine zukünftige Rentabilität dieser Ausgaben hoffen.
InhaltDer Elektroautobauer kämpft mit hohen Ausgaben und einem von Donald Trump geschmälerten Geschäft mit CO2-Zertifikaten. Nur der Umsatz fiel besser aus als erwartet. Der Elektroautohersteller Tesla hat Gewinneinbußen im zweiten Quartal gemeldet. Der bereinigte Gewinn lag bei 33 Cent pro Aktie, wie der US-Konzern nach US-Börsenschluss bekanntgab. Analysten hatten im Vorfeld mit 51 Cent gerechnet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte die Firma von Billionär Elon Musk noch 40 Cent Gewinn pro Aktie verbucht. Insgesamt sank der Quartalsgewinn um fünf Prozent auf gut 1,11 Milliarden Dollar. Das dürfte unter anderem eine Folge von Rabatten sein, vor allem im für Tesla wichtigen Heimatmarkt USA. Zudem fielen die Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten auf 146 Millionen Dollar von 380 Millionen Dollar noch drei Monate zuvor. In den vergangenen Jahren hatte der Handel mit CO2-Rechten Tesla oft über Phasen mit geringen Umsätzen geholfen. Dieses Geschäft hatte US-Präsident Donald Trump aber durch sein Vorgehen gegen Abgas-Grenzwerte in den USA geschmälert. Zudem meldete Tesla zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren einen negativen freien Cashflow, das Unternehmen hat also Mittel aus seinen Geldreserven ausgegeben. Ursache waren hohe Ausgaben for KI und Robotik. Beim Quartalsumsatz schnitt Tesla dagegen besser ab als vorhergesagt. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 26 Prozent auf knapp 28,24 Milliarden Dollar (24,75 Mrd Euro). Experten hatten laut Daten von LSEG im Schnitt 25,7 Milliarden Dollar erwartet. Für den höheren Umsatz verantwortlich war ein unerwartet starker Zuwachs bei den Auto-Auslieferungen. Im Vergleich zum Vorjahr verkaufte der Tesla 480.126 Elektrofahrzeuge, ein Anstieg um rund ein Viertel. In den vergangenen beiden Geschäftsjahren hatte Tesla Absatzrückgänge verbucht. Tesla hat sein europäisches Werk, das das Model Y produziert, in Grünheide bei Berlin. Der Konzern hatte jüngst einen Ausbau der Produktion in der Fabrik angekündigt. Davon abgesehen hatte Unternehmenschef Elon Musk den Fokus aber zuletzt verstärkt von der Autoproduktion abgewendet und auf KI-Projekte wie selbstfahrende Taxis und humanoide Roboter verlagert. Die Investitionen in diesem Bereich sollen in diesem Jahr auf 25 Milliarden Dollar steigen. Anleger beschäftigt die Frage, wann sich diese massiven Ausgaben auszahlen werden. Die Entwicklung von Technologien für autonomes Fahren verläuft langsamer als von Experten erwartet. Zudem verfehlte Musk mehrfach selbstgesteckte Ziele. So wächst das Robotaxi-Netzwerk langsamer als angekündigt. Die Produktion des eigens entwickelten Robotaxis "Cybercab" kommt nach Musks Angaben nur zögerlich in Gang. Analysten von Morgan Stanley teilten mit, wegen der steigenden Investitionen konzentrierten sich die Anleger zunehmend auf Belege dafür, dass die Ausgaben die Marktposition von Tesla im Bereich der physischen KI stärkten. Die Tesla-Aktie gab nach der Vorstellung der Quartalszahlen im nachbörslichen Handel zunächst um rund drei Prozent nach.