Hitzewelle: Waldbrände in Spanien und Frankreich dehnen sich aus

Datum23.07.2026 02:31

Quellewww.zeit.de

TLDRWaldbrände dehnen sich in Spanien und Frankreich aus, bedrohen Touristenregionen. An der französischen Atlantikküste mussten tausende Camper evakuiert werden. In Spanien brachen neue Brände nahe Madrid aus. Beide Länder kämpfen unter ungünstigen Wetterbedingungen gegen die Flammen. Die Mittelmeerregion leidet seit Wochen unter Hitzewellen und Dürre, was die Brandgefahr erhöht. Spanien und Frankreich verzeichneten bereits sehr hohe Brandflächen in diesem Jahr.

InhaltTausende von Touristen an der französischen Atlantikküste müssen Campingplätze räumen. In Spanien ist ein neues Feuer in den Wäldern vor Madrid ausgebrochen. In Frankreich und Spanien weiten sich die Waldbrände aus. Sie bedrohen inzwischen auch beliebte Touristenregionen. An der französischen Atlantikküste bei Bordeaux wiesen die Behörden Tausende Touristen an, sich in Sicherheit zu bringen. Ein am Mittwochmorgen in der Ortschaft Saumos westlich von Bordeaux ausgebrochener Brand hat sich nach Angaben der zuständigen Präfektur inzwischen auf 800 Hektar ausgedehnt – eine Fläche rund doppelt so groß wie Helgoland. Aus Sicherheitsgründen rief die Präfektin des Departements Gironde am Nachmittag die höchste Waldbrandalarmstufe Rot aus und wies Evakuierungen an. Rund 700 Bewohner mussten zwei Stadtteile des Ortes Le Porge verlassen, der dortige Campingplatz La Grigne mit rund 3.500 Urlaubern wurde geräumt. Die Betroffenen wurden zum nahe gelegenen Urlaubsort Lacanau dirigiert. Auch ein Strand von Le Porge, wo sich rund 600 Fahrzeuge befanden, wurde evakuiert. Ein Großaufgebot von 500 Feuerwehrleuten, vier Löschflugzeugen und 150 Einsatzfahrzeugen kämpft zurzeit gegen die Flammen in Saumos. Die Wetterbedingungen gelten als extrem ungünstig. Bislang sei niemand verletzt worden, teilten die Behörden mit. Tags zuvor waren bei einem anderen Naturbrand am Flughafen von Bordeaux zwei Feuerwehrmänner ums Leben gekommen, die in ihrem Fahrzeug von den Flammen eingeschlossen wurden.  Auch in Spanien wüten noch Waldbrände. Im Südwesten der Hauptstadt Madrid ließen die Behörden am Mittwoch mehrere Gemeinden evakuieren oder verhängten Ausgangssperren. Grund ist ein Feuer in der Gemeinde Almorox in der Region Kastilien-La Mancha, etwa 70 Kilometer von Madrid entfernt.  Die spanische Polizei Guardia Civil sperrte nach eigenen Angaben mehrere Verkehrsachsen. Die Behörden forderten die Anwohner auf, "bei Fahrten äußerste Vorsicht walten zu lassen, da die Sicht durch den Rauch stark eingeschränkt ist". Der Zivilschutz rief Anwohner mit Atemwegserkrankungen zudem auf, nachts die Fenster zu schließen, um die Belastung zu verringern. In den vergangenen Tagen waren in Spanien zahlreiche Brände ausgebrochen. Der größte Waldbrand befindet sich auf der anderen Seite Madrids in der Provinz Guadalajara, etwa hundert Kilometer nördlich der Hauptstadt. Er hat seit vergangenem Donnerstag 32.000 Hektar Land verwüstet. Insgesamt sind seit dem 1. Januar in Spanien bereits fast 125.000 Hektar verbrannt, wie aus der europäischen Datenbank zu Waldbränden (Effis) hervorgeht. Dem Land steht eine dritte Hitzewelle bevor. Die Mittelmeerregion ist seit Wochen bei hohen Temperaturen und Sommerdürre von Feuern betroffen. Frankreich meldete am Dienstag einen Höchstwert an verbrannter Fläche für dieses Jahr. Demnach vernichteten Waldbrände zwischen Januar und Mitte Juli mehr als 420.000 Hektar Fläche in dem Land.