Datum22.07.2026 20:34
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Aufsichtsrat von Porsche hat einem Sparpaket zugestimmt, das den Wegfall von bis zu 6000 Stellen, vor allem in Verwaltung und Entwicklung, bedeuten könnte. Zwar gibt es noch keine endgültige Einigung mit Betriebsrat und IG Metall, doch das "Zukunftspaket" zielt auf eine Verschlankung des Unternehmens ab. Im Gegenzug könnte eine Beschäftigungssicherung verlängert werden. Dies folgt auf frühere Sparmaßnahmen bei Porsche.
InhaltDas "Zukunftspaket" für den Autobauer Porsche hat eine weitere Hürde geschafft: Der Aufsichtsrat hat seine Unterstützung zugesagt. Mehrere Tausend Stellen könnten beim Autobauer Porsche künftig wegfallen. Der Aufsichtsrat des Sport- und Geländewagenbauers Porsche hat dem seit Monaten diskutierten Sparpaket seine Unterstützung zugesagt. Damit könnte ein Abbau von Arbeitsplätzen näher rücken. Mehrere Medien berichten, dass in den kommenden Jahren bis zu 6000 Stellen wegfallen könnten. "Im Rahmen der heutigen Aufsichtsratssitzung der Porsche AG hat der Vorstand den aktuellen Stand der Verhandlungen des Zukunftspakets vorgestellt", teilte ein Sprecher mit. "Jetzt gilt es, die letzten Schritte zu finalisieren." Weitere Angaben, etwa zu den Inhalten des Pakets, machte der Sprecher nicht. Chef Michael Leiters hatte bereits im März angekündigt, Porsche deutlich verschlanken und die bisher zu diesem Zweck aufgelegten Programme verschärfen zu wollen. Das schließe auch einen Stellenabbau ein, sagte er damals. Berichten zufolge stehen mehrere Tausend Stellen zur Disposition – vor allem in Verwaltung und Entwicklung. Nach Informationen der "Bild"-Zeitung könnten 5000 bis 6000 Stellen gestrichen und die Zahl der Auszubildenden mehr als halbiert werden. Auch das "manager magazin" berichtete über einen weiteren Arbeitsplatzabbau in dieser Größenordnung. Im Gegenzug könnte die Beschäftigungssicherung, die bisher betriebsbedingte Kündigungen bis Mitte 2030 ausschließt, verlängert werden. Ein Sprecher von Porsche lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab. Porsche ließ zugleich durchblicken, dass es noch keine Einigung zwischen Unternehmen, Betriebsrat und der ebenfalls involvierten Gewerkschaft IG Metall gibt. Die Volkswagen-Tochter wolle den Sparplan im Fall einer Einigung am Montag veröffentlichen, nachdem die Mitarbeitenden in einer Betriebsversammlung in Stuttgart informiert worden seien. Wie "Bild" weiter berichtete, will Leiters die jährlichen Sonderzahlungen an die Beschäftigten, die in der Vergangenheit bei guter Gewinnlage hoch vierstellig ausfielen, auf 1500 Euro deckeln und das Weihnachtsgeld kürzen. Es ist nicht das erste Sparpaket, das die VW-Tochter auflegen muss: Bereits vor eineinhalb Jahren hatte Porsche verkündet, dass in der Region Stuttgart bis 2029 rund 1900 Stellen sozialverträglich wegfallen sollen. Zusätzlich sind die Verträge von rund 2000 befristeten Angestellten ausgelaufen. Außerdem wurden im Leipziger Werk Stellen abgebaut – und drei Tochterfirmen mit zusammen rund 500 Beschäftigten sollen ebenfalls geschlossen werden.