Brand in Bautzen: Batterie-Löscharbeiten dauern - Kitas und Horte geschlossen

Datum22.07.2026 17:11

Quellewww.zeit.de

TLDRLöscharbeiten an einem brennenden Batteriespeicher in Bautzen dauern an. Kitas und Horte bleiben geschlossen, Notbetreuung ist eingerichtet. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Eine Geruchsbelästigung besteht, giftige Stoffe wurden bisher nicht gemessen. Die Anlage diente dem Ausgleich von Stromschwankungen. Aufgrund fehlender Erfahrung mit solchen Bränden erfolgen die Löscharbeiten vorsichtig. Die Einsatzdauer ist derzeit nicht absehbar.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Brand in Bautzen“. Lesen Sie jetzt „Batterie-Löscharbeiten dauern - Kitas und Horte geschlossen“. Die Löscharbeiten an dem brennenden Batteriespeicher in Bautzen dauern an. Auch am Donnerstag wird die Feuerwehr die Kühlung der betroffenen Container im Stadtteil Neustadt voraussichtlich fortsetzen, wie ein Sprecher der Stadt sagte.  Für ganz Bautzen gilt demnach weiterhin der Aufruf, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Klimaanlagen nicht laufen zu lassen. Zudem sind sie Einwohner gebeten, sich nicht lange im Freien aufzuhalten. Dabei handelt es sich um Vorsichtsmaßnahmen, giftige Stoffe wurden in der Luft bisher nicht festgestellt, wie es hieß.  Zwei nahegelegene Kitas und zwei Horte bleiben laut Angaben der Stadt auch am Donnerstag geschlossen, für die Kinder ist eine Notbetreuung eingerichtet. Der eingerichtete Sperrkreis von 500 Metern um die Einsatzstelle gilt weiterhin, wie der stellvertretende Feuerwehrsprecher Stefan Bergner sagte.  Anwohner aus diesem Gebiet, die etwa Medikamente aus ihren Wohnungen brauchen, sind gebeten, sich vor Ort an die Einsatzkräfte zu wenden. Die Stadt hat zudem eine Hotline eingerichtet, an die sie sich wenden können.  Im festgelegten Sicherheitsbereich befindet sich unter anderem das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen. Die geplante Vorstellung am Abend wurde daher abgesagt. Für die Gastronomie gelten hingegen vorerst keine Beschränkungen. Vier Seecontainer einer Batteriespeicheranlage am Schliebenparkplatz waren am späten Dienstagnachmittag aus bislang ungeklärter Ursache in Brand geraten. Die Anlage, die dazu dient, Stromschwankungen auszugleichen, wurde vom Stromnetz getrennt. Parallel begann die Feuerwehr, zu löschen und zu kühlen, um eine Ausbreitung des Brandes zu verhindern.  Wegen der Geruchsbildung hatten Einsatzkräfte vorsorglich 42 Menschen aus der Umgebung in Sicherheit gebracht. Für sie wurden Notunterkünfte in einem Hotel und einer Schule eingerichtet. Ein Großteil der Betroffenen organisierte den Angaben nach aber eigene Unterkünfte. Ein Ende der Löscharbeiten ist laut Bergner nicht absehbar. Aktuell kühle die Feuerwehr mit bis zu 5.000 Litern Löschwasser pro Minute, um die Prozesse innerhalb der Batterien zu kontrollieren, sagte er am Nachmittag. Um das Trinkwassernetz zu entlasten und die Versorgung sicherzustellen, wird dafür laut Stadt Wasser aus der Spree entnommen. "Wir können nicht direkt an den Brandherd ran, weil das zu einer Durchzündung führen könnte, wenn extrem viel Sauerstoff in kurzer Zeit dort drankommt", sagte Bergner. "Deswegen kühlen wir von außen die Batteriepacks, um die Brandausbreitung so gering wie möglich zu halten und die Reaktion in den Batterien so langsam wie möglich ablaufen zu lassen." Entwarnung können die Einsatzkräfte erst geben, wenn der chemische Prozess vollständig abgelaufen ist.  Der Einsatz ist für die Bautzener Feuerwehr eine besondere Herausforderung, da es deutschlandweit wenig Erfahrung mit Bränden in großen Energiespeichern gibt, wie Bergner erläuterte. "Wir wollen natürlich keinen Fehler riskieren und gehen deswegen relativ vorsichtig, aber mit Gewissheit voran." Verschiedene Fachexpertisen seien bereits eingefordert. Begleitend zu den Löscharbeiten laufen kontinuierlich Luftmessungen, um mögliche gesundheitsschädliche Stoffe zu überwachen. Auffälligkeiten wurden bisher nicht festgestellt. Auch auf das Trinkwassernetz gab es bisher keine Auswirkungen. Wahrnehmbar ist den Angaben nach ausschließlich eine Geruchsbelästigung. Die Explosionsgefahr am Brandort ist laut Bergner sehr gering. Außerhalb des Sperrkreises besteht demnach keine Gefahr. Die Container werden unter anderem mit Drohnen überwacht. Bis zu 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks und der Polizei waren vor Ort, wie es hieß. © dpa-infocom, dpa:260722-930-423059/1