Sie bieten eine Wohnung in der Hauptstadt mit zu hoher Miete an? Das Land Berlin will Ihnen schreiben

Datum22.07.2026 16:43

Quellewww.spiegel.de

TLDRDas Land Berlin will überhöhte Mieten in Wohnungsanzeigen stärker kontrollieren. Künftig sollen Inserate automatisiert auf Mietwucher geprüft und Vermieter bei Verstößen angeschrieben werden. Eine erste Stichprobe ergab, dass fast die Hälfte von über 7.700 ausgewerteten Anzeigen potenziell zu hohe Mieten enthielt. Ziel ist es, Mieter zu schützen und Vermieter auf mögliche Rechtsverstöße aufmerksam zu machen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Mieten in Berlin aktuell ein zentrales Wahlkampfthema sind.

InhaltIn Berlin sollen künftig die Mietforderungen in Inseraten kontrolliert werden. Wer zu viel verlangt, soll Post bekommen. In einer ersten Stichprobe waren tausende Inserate verdächtig. Das Land Berlin hat angekündigt, im Kampf gegen überhöhte Mieten nun Wohnungsinserate im Internet automatisiert prüfen zu wollen. Das teilte Wohnsenator Christian Gaebler (SPD) mit. Sollte ein Angebot die gesetzliche Begrenzung überschreiten, sollen die Vermieterinnen und Vermieter laut Gaebler künftig angeschrieben werden. Man wolle sie auffordern, die Mietforderung zu überprüfen und anzupassen. Eine erste Analyse im Juni habe ergeben, dass von 4539 Inseraten bei nahezu der Hälfte (46 Prozent) möglicherweise eine zu hohe Miete verlangt wurde. Insgesamt seien 7757 Angebote erfasst worden, die um Dopplungen und Fälle, auf die der Mietspiegel nicht anwendbar ist, bereinigt worden seien. Die sogenannte Mietpreisbremse sieht vor, dass die Miete bei der Neuvermietung von Wohnungen das ortsübliche Niveau nicht um mehr als 10 Prozent überschreiten darf. Grundlage ist der Mietspiegel. Ausnahmen gibt es etwa bei Wohnungen in Neubauten, die zum ersten Mal vermietet werden. Liegt die Miete mehr als 20 Prozent über dem Mietspiegel, gilt sie als überhöht. Das kann als Ordnungswidrigkeit mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro bestraft werden, wenn ein geringes Wohnungsangebot ausgenutzt wird. Wird eine Miete von mehr als 50 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangt, ist von einer Wuchermiete die Rede. Das kann eine Straftat sein. Die Wohnungsinserate sollen nun monatlich automatisiert überprüft werden, kündigte die Senatsverwaltung für Stadt­ent­wicklung, Bauen und Wohnen an. Ziel sei es, Vermieterinnen und Vermieter vorsorglich auf mögliche Rechtsverstöße aufmerksam zu machen. "Berlin nutzt alle Möglichkeiten, um den Mieterschutz in der Stadt durchzusetzen", sagte Senator Gaebler. Es gehe um Gerechtigkeit für die Mieter, aber auch für rechtstreue Vermieter. Das Thema Wohnen und Mieten prägt auch den Wahlkampf in der Haupstadt, in Umfragen wird es als großes Problem genannt. Am 20. September findet die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus statt. Ob Indexmiete oder möblierte Wohnungen: Mit neuen Detailregeln will die Bundesregierung Mieter entlasten. Was davon wirklich hilft – und was Wohnen am Ende sogar verteuern könnte. Ob die geplante Miet-Reform das Wohnen wirklich billiger macht, lesen Sie hier .