Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum: Steinmeier fordert »mehr klare Kante« im Kampf gegen Rassismus

Datum22.07.2026 16:18

Quellewww.zeit.de

TLDRZum zehnten Jahrestag des Anschlags am Münchner Olympia-Einkaufszentrum fordert Bundespräsident Steinmeier, rechten Terror klar als solchen zu benennen. Er kritisierte, dass die rassistische Motivation der Tat erst spät anerkannt wurde. Ein 18-Jähriger hatte 2016 aus rassistischen Motiven neun Menschen erschossen. Angehörige fordern weiterhin einen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung aller Hintergründe.

InhaltZum zehnten Jahrestag des Anschlags in München fordert der Bundespräsident, rechten Terror auch als solchen zu bezeichnen. Damals tötete ein 18-Jähriger neun Menschen. Zehn Jahre nach dem Anschlag beim Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier "mehr klare Kante" im Kampf gegen Rassismus gefordert. Über Ursachen und Konsequenzen solcher Verbrechen dürfe nicht geschwiegen werden, sagte Steinmeier bei der Gedenkveranstaltung in München. "Gerade für die Hinterbliebenen und Angehörigen hat es wohl allzu lange gedauert, bis eindeutig und öffentlich der rechtsterroristische Anschlag im OEZ auch als solcher anerkannt worden ist", sagte Steinmeier. Bei der Gedenkveranstaltung sprachen neben Politikern und Politikerinnen auch Angehörige der Opferfamilien. Am 22. Juli 2016 hatte der 18-jährige David S. aus rassistischen Motiven acht Jugendliche und eine Erwachsene erschossen und sich später selbst getötet. Einige der Opfer hatten türkische, griechische oder albanische Wurzeln, andere gehörten der Gruppe der Sinti und Roma an. Die Tat war von den Behörden zunächst als Amoklauf aus persönlicher Rache eingestuft und erst 2019 durch das bayerische Landeskriminalamt als rassistisch motiviert bewertet worden. Die Angehörigen der Opfer fordern einen Untersuchungsausschuss im Landtag, um alle Hintergründe aufzuklären. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.