Kaufhauskette Galeria: Galeria verhandelt mit Vermietern über Fortbestand von 33 Fillialen

Datum22.07.2026 15:37

Quellewww.zeit.de

TLDRGaleria verhandelt über die Zukunft von 33 von 83 Filialen nach erneuter Insolvenz. Ziel ist die wirtschaftliche Tragfähigkeit durch Mietanpassungen und Flächenoptimierung. Scheitern die Verhandlungen, drohen konzeptionelle Änderungen oder Schließungen. Dies ist Teil einer strategischen Neuausrichtung. Galeria hatte zuletzt eine neue Kreditfinanzierung erhalten und plant weitere Schließungen.

InhaltZwei Jahre nach der dritten Insolvenz verhandelt Galeria über die Mietverhältnisse von 33 Filialen. "Konzeptionelle Anpassungen" und Schließungen sind demnach möglich. Die Zukunft von 33 Filialen der Kaufhauskette Galeria ist ungewiss. Das Unternehmen teilte nun mit, welche Standorte auf Rentabilität geprüft werden. Man habe für 33 der 83 Standorte "intensive Verhandlungen über Mietkautionen und Flächenanpassungen" aufgenommen, hieß es. Voraussetzung für den Erhalt einer jeden Filiale ist demnach ihre wirtschaftliche Tragfähigkeit. Laut dem Unternehmen gehören Verhandlungen über Mietverhältnisse zu den "sechs strategischen Hebeln" einer im Juni beschlossenen strategischen Neuausrichtung. Ziel sei es, für die 33 Standorte "zeitnah eine wirtschaftlich tragfähige Perspektive zu entwickeln". Die Rahmenbedingungen seien jedoch für einzelne Filialen "sehr herausfordernd". Sollten die Verhandlungen keinen Erfolg bringen, könne das zu "konzeptionellen Anpassungen" führen, die Filialen könnten dann "nicht mehr als klassisches Warenhaus" betrieben werden. Unter Umständen könnte es auch zu Schließungen kommen. Demnach wird im Fall von neun Standorten bereits seit einigen Monaten verhandelt. Dazu gehörten drei Filialen in Berlin, zwei in Köln und jeweils eine in München, Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. In Bezug auf die anderen 24 Standorten starte man Gespräche, "um bestehende Verträge an die lokalen Gegebenheiten und veränderten Marktbedingungen der jeweiligen Stadt anzupassen", sagte Galeria-Finanzvorstand Norman Krotten. Gespräche mit Vermietern und lokalen Partnern soll es Galerie zufolge außerdem in Bezug auf die 50 restlichen Standorte geben. Laut Geschäftsführer Tilo Hellenbock haben viele Häuser noch nicht ausgeschöpft, "was in ihrem lokalen Markt möglich ist". Er kündigte an, dass man "jeden Standort einzeln und ergebnisoffen betrachten" werde. Erst kürzlich hatte Galeria eine neue Kreditfinanzierung von bis zu 160 Millionen Euro bekommen. Das Geld wird von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers bereitgestellt und ist an einen Sanierungsplan geknüpft, der weitere Schließungen vorsieht. Im Juni wurde bekannt, dass rund 30 der Filialen als gefährdet gelten. Die Finanzierung dient unter anderem dazu, einen anderen Kredit abzulösen und offene Mietzahlungen zu begleichen. Mehrere Vermieter beklagten in den vergangenen Monaten, dass Mieten nicht oder nur teilweise gezahlt wurden. Galeria verwies auf Liquiditätsschwankungen und räumte ein, die Vermieter um eine Stundung gebeten zu haben. Am Anfang des Jahres 2024 hatte der Konzern, bei dem rund 12.000 Menschen beschäftigt sind, zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren Insolvenz angemeldet. Die Kaufhauskette war im Zuge der Insolvenz des österreichischen Mutterkonzerns Signa in Schwierigkeiten geraten. Im Sommer 2024 wurden neun Standorte geschlossen. Seitdem gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz.