Datum22.07.2026 15:35
Quellewww.zeit.de
TLDRUm die Qualität der Geburtshilfe in Thüringen angesichts sinkender Geburtenzahlen zu sichern, setzt das Land auf Telemedizin. Das Universitätsklinikum Jena baut ein Netzwerk auf, das telemedizinische Rufbereitschaften und die Weiterbildung von Geburtshelfern ermöglicht. Mit 1,4 Millionen Euro gefördert, soll das Netzwerk bis Ende 2027 flächendeckend eingerichtet sein und eine bestmögliche Versorgung für Schwangere und Neugeborene gewährleisten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Geburtskliniken“. Lesen Sie jetzt „Telemedizin soll Qualität in der Geburtshilfe sichern“. Angesichts rückläufiger Geburtenzahlen geht Thüringen neue Wege, um landesweit eine qualitativ hochwertige Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen zu sichern. Dabei soll Telemedizin eine zentrale Rolle spielen, wie das Universitätsklinikum Jena und das Thüringer Gesundheitsministerium mitteilten. Am Uniklinikum wird dazu ein Netzwerk aufgebaut, das unter anderem eine telemedizinische Rufbereitschaft zwischen Geburtskliniken ermöglicht und die Weiterbildung von Geburtshelfern koordinieren soll. Das Land fördert den Aufbau des Netzwerks mit rund 1,4 Millionen Euro. In Thüringen sind die Geburtenzahlen in den zurückliegenden Jahren massiv gesunken, nach Erhebungen des Statistischen Landesamts zwischen 1991 und 2024 um 35 Prozent. 2025 sank die Zahl der Neugeborenen mit rund 11.500 auf den laut Statistik bislang niedrigsten erfassten Wert. Die Statistiker hatten dies einerseits auf deutlich weniger Frauen im gebärfähigen Alter zurückgeführt, andererseits bekämen Frauen im Schnitt weniger Kinder. Diese Entwicklung führt auch dazu, dass manche Kliniken nur noch relativ wenige Geburten pro Jahr betreuen. 2024 lag die Spannbreite zwischen 223 und rund 1.300 Geburten pro Klinik, wie aus dem Landeskrankenhausplan hervorgeht. Zugleich hatten in den vergangenen Jahren mehrere Geburtsstationen dicht gemacht, unter anderem in Sonneberg, Greiz, Hildburghausen und Sömmerda. Umso stärker stellt sich die Frage der Qualitätssicherung in der Versorgung Neu- und Frühgeborener, wie der Direktor der Jenaer Uniklinik für Geburtsmedizin, Ekkehard Schleußner, betonte. "Jede Schwangere und jedes in Thüringen geborene Kind soll auch in Zukunft eine Versorgung auf bestmöglichem Niveau erhalten können." Das Telemedizin-Netzwerk soll bis Ende 2027 flächendeckend arbeiten. © dpa-infocom, dpa:260722-930-422575/1