Datum22.07.2026 14:18
Quellewww.zeit.de
TLDRDie „Initiative Gedenkweg Buchenwaldbahn“ erhält den Vermittlungspreis des Deutschen Preises für Denkmalschutz. Die Initiative erinnert seit 2007 an Kinder und Jugendliche, die im KZ Buchenwald ermordet oder zur Vernichtung nach Auschwitz deportiert wurden. Sie macht die Spuren der einstigen Buchenwaldbahn sichtbar und stellt individuell gefertigte Gedenksteine für die minderjährigen Opfer auf. Diese Arbeit wird als herausragendes Beispiel gelebter Erinnerungskultur gewürdigt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Auszeichnung“. Lesen Sie jetzt „Initiative Gedenkweg Buchenwald erhält Denkmalschutzpreis“. Sie erinnert an Kinder und Jugendliche, die im Konzentrationslager Buchenwald ermordet und von dort nach Auschwitz in den Tod geschickt wurden: Die "Initiative Gedenkweg Buchenwaldbahn" gehört in diesem Jahr zu den Preisträgern des Deutschen Preises für Denkmalschutz. Sie erhält den sogenannten Vermittlungspreis, wie das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz mitteilte. Mit dieser mit 3.000 Euro dotierten Auszeichnung werden Einzelpersonen oder Organisationen geehrt, die sich laut Komitee "in herausragender Weise in der Denkmalbildung engagieren und deren Aktivitäten deutschlandweiten Modellcharakter haben". Die 2007 ins Leben gerufene Initiative macht auf dem Ettersberg bei Weimar die Spuren der einstigen Buchenwaldbahn sichtbar. Über diese von Häftlingen erbaute, zehn Kilometer lange Bahnstrecke vom KZ Buchenwald nach Weimar wurden Häftlinge zur Ermordung in das Vernichtungslager Auschwitz transportiert, darunter auch Kinder und Jugendliche. Zudem starben zahlreiche Minderjährige auch in Buchenwald selbst und in den Außenlagern an Krankheiten, Entkräftung, Hunger und an den Folgen von Zwangsarbeit. Daran erinnern individuell gefertigte Gedenksteine für die minderjährigen Opfer. Nach Angaben des Thüringer Kulturministeriums sind es inzwischen rund 350 Gedenksteine. Die Initiative widmet ihre Arbeit nach Angaben auf ihrer Website etwa 1.800 minderjährigen Opfern - jüdischen Jugendlichen, Sinti und Roma, minderjährigen Polen und Russen. Kulturminister Christian Tischner (CDU) würdigte die Arbeit der Initiative als ein herausragendes Beispiel für gelebte Erinnerungskultur. Sie werde so lange fortgesetzt, bis für jedes deportierte Kind sowie für die in Buchenwald und den Außenlagern verstorbenen Minderjährigen ein Gedenkstein angefertigt werde. Im 1937 errichteten und im April 1945 mit Hilfe von US-Truppen befreiten Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar hatten die Nationalsozialisten mehr als eine Viertelmillion Menschen unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert, rund 56.000 von ihnen überlebten das Lager nicht. Der Deutsche Preis für Denkmalschutz wird am 26. Oktober in Schwerin an insgesamt zehn Preisträger verliehen. © dpa-infocom, dpa:260722-930-422094/1