Datum22.07.2026 13:14
Quellewww.zeit.de
TLDRNach jahrelangen Diskussionen wird Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau, Österreich, nun als Polizeistation genutzt. Ziel ist es, das Haus als Anziehungspunkt für Neonazis zu verhindern und es stattdessen zu einem Symbol für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zu machen. Der Umbau kostete rund 20 Millionen Euro. Zuvor enteignet und umgestaltet, soll die neue Nutzung auch eine sofortige Überprüfung verdächtiger Personen ermöglichen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umgang mit dem Nazi-Erbe“. Lesen Sie jetzt „Nach Umbau: Polizeistation in Hitlers Geburtshaus“. Das Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau wird nun von der Polizei genutzt. Damit will Österreich verhindern, dass das Haus an der Grenze zu Bayern weiter als Anziehungspunkt für Neonazis dient. Nun werde das Haus "zu einem Ort der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit, der Freiheit und der Menschenwürde", sagte Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) zur Eröffnung. Der Umbau kostete rund 20 Millionen Euro. In dem Areal mit Nebenbauten und Innenhof sollen Beamte des Bezirkspolizeikommandos und der Polizeiinspektion Dienst tun. Die jahrelangen Diskussionen, wie mit dem Nazi-Erbe in der 18.000-Einwohner-Stadt umgegangen werden soll, scheinen damit zunächst beendet. Das Haus, in dem Hitler am 20. April 1889 geboren wurde, war lange in Privatbesitz. 2017 wurde das Gebäude nach einem Rechtsstreit enteignet. Eine Expertenkommission sprach sich gegen Abriss und Museum aus und empfahl stattdessen eine Umgestaltung mit möglichst geringem Wiedererkennungswert. Der Geburtsort des späteren Diktators hatte immer wieder Rechtsextreme angezogen. Die neue Nutzung als Polizeiwache gilt aus Sicht des Staates auch deshalb als vorteilhaft, weil verdächtige Personen sofort überprüft werden können. Einige Experten hatten sich an diesem Ort eine offensive Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit gewünscht. Eine mehrsprachige Info-Tafel solle für Aufklärung sorgen, fordert der Historiker Florian Kotanko, Vorsitzender des Vereins für Zeitgeschichte Braunau. Allein ein 1989 aufgestellter Gedenkstein vor dem Haus erinnert an den Terror der Nazi-Jahre: "Für Frieden Freiheit und Demokratie – Nie wieder Faschismus – Millionen Tote mahnen". Hitler hatte den Zweiten Weltkrieg entfesselt, in dem mindestens60 Millionen Menschen starben. Im Holocaust wurden zudem rundsechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet. © dpa-infocom, dpa:260722-930-421693/1