Datum26.11.2025 20:58
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Anwalt eines in Bochum von der Polizei angeschossenen gehörlosen Mädchens kritisiert die Darstellung der Polizei als manipulativ. Er behauptet, die Öffentlichkeit werde mit einer verzerrten Version der Ereignisse konfrontiert, die die Notwehrsituation des Polizeibeamten stützen soll. Das Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt, nachdem es mit zwei Messern reagierte. Die Angehörigen berichten, die Messer seien erst in einer von der Polizei verursachten Paniksituation zur Hand genommen worden. Die Ermittlungen dauern an.
InhaltDer Anwalt des in Bochum angeschossenen Mädchens hat der Polizei manipulative Pressearbeit vorgeworfen. Die Beamten hätten die "Paniksituation" selbst verursacht. Der Anwalt des durch einen Polizeischuss lebensgefährlich verletzten Mädchens hat den Ermittlungsbehörden manipulative Darstellung in eigener Sache vorgeworfen. Mutter und Bruder des Mädchens hätten die Einsatzsituation völlig anders erlebt, als es die Polizei in ihrer "aggressiven Pressearbeit" darstelle, sagte Simón Barrera González der Nachrichtenagentur dpa. Polizei und Staatsanwaltschaft versuchten noch vor Abschluss der Ermittlungen die aus seiner Sicht fragwürdige Darstellung zu stützen, der Beamte habe aus Notwehr geschossen, sagte Barrera González. "So etwas prägt Strafverfahren und nährt gleichzeitig Zweifel an der Objektivität der ermittelnden Behörden." Die gehörlose Zwölfjährige war in der Nacht zum 17. November bei einem Einsatz in Bochum von einem Polizisten mit einem Bauchschuss lebensgefährlich verletzt worden. Zuvor war sie aus einer Wohngruppe in Münster verschwunden und offenbar zur Mutter gefahren. Das Mädchen habe lebenswichtige Medikamente benötigt, teilte die Polizei mit. Die Polizei hatte zuvor mitgeteilt, dass die Mutter fixiert worden sei, weil sie den Zugang zur Wohnung blockiert habe. Das Mädchen habe die eintretenden Beamten danach mit zwei größeren Küchenmessern angegriffen. Die Angehörigen gaben laut Barrera González in einer anwaltlichen Vernehmung an, dass die Messer erst in einer Paniksituation ins Spiel gekommen seien, die die Polizei selbst verursacht habe. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.