Energie: Russische Brennelemente dürfen in Lingen gefertigt werden

Datum22.07.2026 12:54

Quellewww.zeit.de

TLDRDas niedersächsische Umweltministerium hat der Advanced Nuclear Fuels GmbH in Lingen unter strengen Auflagen die Produktion von Brennelementen russischen Typs gestattet. Die Anlage wird russische Technik nutzen, was Umweltminister Meyer scharf kritisiert. Deutschland kann Geschäfte mit Russland im Nuklearsektor nicht ablehnen, da der Bund keine ausreichenden Risiken (Spionage, Sabotage) sieht. Auflagen wie Zutrittsverbote für russische Mitarbeiter und die vollständige Kontrolle von Brennstäben sollen die Sicherheit gewährleisten.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Energie“. Lesen Sie jetzt „Russische Brennelemente dürfen in Lingen gefertigt werden“. Eine Fabrik im emsländischen Lingen darf künftig Brennelemente russischen Typs herstellen. Das niedersächsische Umweltministerium genehmigte eine entsprechende Erweiterung der Anlage unter strengen Sicherheitsauflagen, wie es mitteilte. Betreiber der Fabrik ist das zum französischen Framatome-Konzern gehörende Kernkraft-Unternehmen Advanced Nuclear Fuels GmbH (ANF). ANF will sechseckige Brennelemente für Atomkraftwerke russischer Bauart produzieren. Dafür soll Technik des russischen Atomkonzerns TVEL verwendet werden, der zum Staatskonzern Rosatom gehört. Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer (Grüne) kritisierte die Zusammenarbeit scharf. Er halte Geschäfte mit dem russischen Atomkonzern politisch für "grundfalsch". Abhängigkeiten von Russland müssten gerade im sensiblen Nuklearsektor verringert werden. Das Land habe den Antrag nach dem Atomgesetz jedoch nicht ablehnen können. Der Bund sei nach einer Prüfung zu dem Ergebnis gekommen, dass keine ausreichenden Risiken durch mögliche Spionage oder Sabotage vorlägen. Niedersachsen handelte in dem Verfahren demnach im Auftrag des Bundes und war an dessen Einschätzung gebunden. Zu den Auflagen gehört ein grundsätzliches Zutrittsverbot für Beschäftigte von TVEL und Rosatom. Russische Maschinen und Software müssen demnach extern überprüft und von der übrigen IT der Fabrik getrennt werden. Aus Russland gelieferte Brennstäbe sollen vollständig auf Manipulationen kontrolliert werden. © dpa-infocom, dpa:260722-930-421551/1