Erwerbstätigenquote: Mehr Menschen mit Schwerbehinderung in Jobs

Datum22.07.2026 12:48

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Zahl der erwerbstätigen Menschen mit Schwerbehinderung in Deutschland stieg 2024 um 1,5 Prozent auf 1,14 Millionen. Dennoch liegt ihre Erwerbstätigenquote mit 50,9 % deutlich hinter der Gesamtbevölkerung (77,2 %). Die Arbeitslosenquote von 12 % ist fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt. Trotz bestehender Beschäftigungsverpflichtungen für Unternehmen erfüllten 2024 nur 39 % ihre Quote vollständig. Experten sehen diesbezüglich Nachholbedarf und ungenutztes Fachkräftepotenzial.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Erwerbstätigenquote“. Lesen Sie jetzt „Mehr Menschen mit Schwerbehinderung in Jobs“. 2024 waren in Deutschland 1,14 Millionen Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigt. Das ist ein Zuwachs von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilte.  Trotz des Anstiegs liegt die Erwerbstätigenquote von Menschen mit Schwerbehinderung mit 50,9 Prozent dennoch deutlich unter der Quote der Gesamtbevölkerung von insgesamt 77,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei Schwerbehinderten mit 12 Prozent deutlich über dem Durchschnitt in der Gesamtbevölkerung von derzeit gut 6 Prozent. Menschen mit Behinderung sind nach Angaben der Bundesagentur insbesondere in der Industrie, der öffentlichen Verwaltung, im Handel und im Gesundheitswesen sowie im Pflege- und Sozialbereich tätig. In Deutschland besteht für Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitenden eine Verpflichtung zur Beschäftigung Schwerbehinderter - andernfalls werden Ausgleichszahlungen fällig. Im Jahr 2024 hätten 39 Prozent aller anzeigepflichtigen Betriebe diese Verpflichtung vollständig erfüllt. Ein Viertel habe gar keine Schwerbehinderten beschäftigt, 36 Prozent nur einen Teil der für sie vorgeschriebenen Zahl. "Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es trotz spürbarer Fortschritte weiterhin Nachholbedarf bei der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsmarkt gibt", sagte Daniel Terzenbach, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur. Die Beschäftigungschancen lägen nach wie vor unter dem Durchschnitt.  "Gleichzeitig ist hier ein erhebliches und bislang nicht vollständig ausgeschöpftes Fachkräftepotenzial vorhanden", sagte Terzenbach. Obwohl schwerbehinderte Arbeitslose im Schnitt besser qualifiziert seien, hätten sie geringere Chancen auf eine neue Beschäftigung. Die Bundesagentur biete für Betriebe verschiedene Services sowie Fördermöglichkeiten an, die die Einstellung von Menschen mit Schwerbehinderung erleichtern sollen. © dpa-infocom, dpa:260722-930-421486/1