Datum22.07.2026 11:42
Quellewww.zeit.de
TLDRVier mutmaßliche Rädelsführer der verbotenen Reichsbürgergruppe "Königreich Deutschland" um Peter Fitzek sind von der Bundesanwaltschaft angeklagt worden. Ihnen wird Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, verbotene Geschäfte und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Ziel der Gruppe war es, die Bundesrepublik durch eigene "pseudostaatliche Strukturen" zu ersetzen und ihre Mitglieder von Abgaben zu befreien. Die Vereinigung sammelte durch unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte sowie Spenden und Seminare etwa zehn Millionen Euro.
InhaltVier mutmaßliche Rädelsführer des "Königreichs Deutschland" um Peter Fitzek sind angeklagt worden. Die Reichsbürgergruppe wollte das System der BRD ersetzen. Die Bundesanwaltschaft hat vier mutmaßliche Rädelsführer der verbotenen Reichsbürgervereinigung Königreich Deutschland angeklagt. Darunter ist laut der Behörde der selbsternannte König Peter Fitzek. Die Angeschuldigten sind verdächtig, sich als Rädelsführer in einer kriminellen Vereinigung mitgliedschaftlich betätigt zu haben. Darüber hinaus geht es um verbotene Einlagen- und Versicherungsgeschäfte sowie zahlreiche Fälle von Steuerhinterziehung. Der Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf muss nun entscheiden, ob er die Anklage zulässt und wann es zum Prozess kommt. In der Anklageschrift führt die Bundesanwaltschaft auf, welche Strukturen mutmaßlich hinter der Gruppierung standen. Demnach sei das Ziel gewesen, das System der Bundesrepublik Deutschland durch ein eigenes zu ersetzen. Entsprechend der Reichsbürgerideologie habe die Vereinigung für den Systemausstieg aus der Bundesrepublik Deutschland geworben, um so die Mitglieder vermeintlich von der Steuer- und Sozialabgabenpflicht zu befreien. So seien "pseudostaatliche Strukturen" errichtet worden, wie ein Bank- und Versicherungssystem mit Filialen in Dresden, Ulm, Menden und Lutherstadt Wittenberg, ein Meldeamt mit fiktiven Ausweisdokumenten und eine eigene Währung. Die Vereinigung habe sich durch unerlaubte Bank- und Versicherungsgeschäfte sowie über Spenden, Geschenke und kostenpflichtige Seminare finanziert. Zwischen 2020 und 2025 vereinnahmte sie laut der Bundesanwaltschaft Gelder in Höhe von rund zehn Millionen Euro. Am 13. Mai 2025 hatte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) die zu der Zeit größte Gruppierung sogenannter Reichsbürger und Selbstverwalter verboten. Nach eigenen Angaben hatte das KRD damals 6.000 Anhänger, die Sicherheitsbehörden gingen allerdings eher von 1.000 Anhängern aus. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.