Datum22.07.2026 10:20
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Hangrutsch infolge von Starkregen war die Ursache für das tödliche Zugunglück in Riedlingen im Sommer 2023. Drei Menschen, darunter der Lokführer, starben, 36 weitere Insassen wurden verletzt. Ein Regionalzug entgleiste, da die Bahnstrecke durch den Erdrutsch beschädigt wurde. Die Bahn musste die Gleise und Schwellen auf 300 Metern erneuern. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sind noch nicht abgeschlossen.
InhaltDrei Tote und Dutzende Verletzte: Im vergangenen Sommer war ein Regionalzug in Baden-Württemberg entgleist. Nun liegt der Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung dazu vor. Die Ursache für das tödliche Zugunglück von Riedlingen in Baden-Württemberg ist nach knapp einem Jahr geklärt. Der Unfall sei durch einen Hangrutsch infolge von Starkregen ausgelöst worden, heißt es in einem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung in Bonn. Diese Ursache hatten Polizei und Staatsanwaltschaft schon kurz nach dem Unglück vermutet. Drei Menschen starben, zahlreiche weitere erlitten Verletzungen. Am 27. Juli 2025 war ein Regionalzug nahe einem Ortsteil von Riedlingen im Landkreis Biberach entgleist . Eine 70 Jahre alte Reisende, ein 32 Jahre alter Lokführer und ein 36 Jahre alter Bahn-Auszubildender starben. 36 Passagiere wurden nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft verletzt, einige davon lebensgefährlich. Unter den Verletzten waren demnach zwei Kinder im Alter von 7 und 13 Jahren. Der Zug war auf dem Weg von Sigmaringen nach Ulm. Nach dem Zugunglück hatte die Staatsanwaltschaft Ravensburg ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Dies ist bei nicht natürlichen Todesfällen üblich. Laut einem Sprecher der Behörde sind die Ermittlungen nicht abgeschlossen. Man warte immer noch auf das geologische Gutachten. Kurz vor dem Unglück hatte es ein schweres Unwetter mit Starkregen in der Region gegeben. Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft gingen früh davon aus, dass ein dadurch ausgelöster Erdrutsch direkt an der Strecke die Entgleisung verursachte. Mehrere Waggons verkeilten sich ineinander. Der erste Wagen wurde eine Böschung hinauf geschoben und prallte gegen einen Baum, wobei die Front abriss. Die Bahnstrecke war monatelang gesperrt. Die Bahn musste die Gleise im Bereich der Unfallstelle auf einer Länge von rund 300 Metern erneuern. Damit wurden fast 700 Meter Schiene und rund 500 Betonschwellen ausgetauscht. Zudem mussten auch Signalkabel ausgetauscht werden. Eine Oberleitung gibt es dort nicht, da die Strecke nicht elektrifiziert ist.