Datum22.07.2026 09:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRFast alle Studierenden nutzen KI-Tools wie ChatGPT wöchentlich, wobei die tägliche Nutzung stark zugenommen hat. Die Studierenden wünschen sich mehr Angebote zur KI-Vermittlung und klare ethische Richtlinien. Am häufigsten kommt KI für Recherchen und Brainstorming zum Einsatz. Die Meinungen zur Nutzung von KI für Prüfungsleistungen sind geteilt. Die Intensität der Nutzung variiert stark nach Studienfach, wobei wirtschaftswissenschaftliche Fächer führend sind.
InhaltImmer mehr Studierende benutzen laut einer Befragung Tools wie ChatGPT im Studium. Geteilter Meinung sind sie bei der Frage, ob KI für Prüfungsleistungen eingesetzt werden sollte. Künstliche Intelligenz ist längst Alltag am Campus. Wie eine Befragung des Centrums für Hochschulentwicklung zeigt, benutzen inzwischen vier von fünf Studierenden KI-Tools mindestens einmal die Woche. 47 Prozent nutzen sogar täglich in ihrem Studium KI. Die Befragung fand im Rahmen des CHE-Hochschulrankings im Wintersemester 2025/26 statt. Dabei wurden mehr als 28.000 Studierende der wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Fächer sowie der Sozialen Arbeit befragt. Im vergangenen Jahr waren es nur 24,9 Prozent, die angaben, täglich KI zu nutzen. Nun sagen nur noch 2,4 Prozent, sie würden KI im Studium nie verwenden. Im Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 6,1 Prozent. Allerdings wurden bei der Befragung im Vorjahr Studierende anderer Fachrichtungen befragt. Die vorherige Befragung konzentrierte sich auf Studierende aus den Studienfächern Ingenieurwissenschaften, der Psychologie und den Sprachwissenschaften. Die neuen Zahlen, so die Autoren der Erhebung, würden dennoch auf eine wachsende Offenheit für den Einsatz von KI verweisen. Die Hochschulen schneiden bei der Vermittlung von KI-Kompetenzen aus Sicht der Studierenden weiterhin nur mäßig ab. Mehr als die Hälfte aller befragten Studierenden wünscht sich zusätzliche Lernangebote sowie eine stärkere Thematisierung von KI in der Lehre. 70 Prozent wünschen sich klare Richtlinien für den ethischen Umgang mit KI und den Schutz persönlicher Daten. Am häufigsten nutzen Studierende KI für allgemeine Recherchen und um sich einen ersten Überblick über ein Thema zu verschaffen. Ebenfalls weitverbreitet ist der Einsatz zum Brainstorming sowie als digitaler Lernpartner oder Tutor. Für die Textgenerierung wird KI dagegen nach Angaben der Befragten deutlich seltener regelmäßig verwendet. Bei der Frage, ob KI auch für Prüfungsleistungen wie Hausarbeiten oder Referate verwendet werden darf, zeigt sich ein breit gefächertes Meinungsbild: 46 Prozent stimmen einer erlaubten Nutzung eher oder vollständig zu. 31 Prozent lehnen sie hingegen eher ab, weitere 24 Prozent sind unentschlossen. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den Studienfächern. Wie intensiv Studierende KI nutzen, hängt stark vom Fach ab: In der Wirtschaftsinformatik, der Wirtschaftspsychologie, dem Wirtschaftsingenieurwesen und der Betriebswirtschaftslehre setzen mehr als neun von zehn Befragten KI mindestens wöchentlich ein. In der Sozialen Arbeit liegt der Anteil bei rund 69 Prozent, in der Rechtswissenschaft bei etwa 53 Prozent. Auch die Einsatzfelder unterscheiden sich deutlich. In der Wirtschaftsinformatik wird KI besonders häufig für Programmieraufgaben genutzt, in der Wirtschaftspsychologie vor allem fürs Brainstorming. Die Rechtswissenschaft liegt über nahezu alle Anwendungsbereiche hinweg bei vergleichsweise niedrigen Nutzungswerten.