Mietpreise: Mieten in München am teuersten, leichter Rückgang in Berlin

Datum22.07.2026 08:09

Quellewww.zeit.de

TLDRMünchen verzeichnet die höchsten Mietpreise in Deutschland mit durchschnittlich 23,70 Euro kalt pro Quadratmeter für neu inserierte Wohnungen. Köln und Hamburg verzeichneten deutliche Mietanstiege, während Berlin einen leichten Rückgang aufwies. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) stellte fest, dass die durchschnittlichen Angebotsmieten in den 37 untersuchten Städten und Regionen um 3,0 Prozent im Vorjahresvergleich stiegen, jedoch real nur um 0,3 Prozent.

InhaltFast 24 Euro kalt pro Quadratmeter kostet eine neu inserierte Münchner Wohnung im Schnitt. In Köln und Hamburg zogen die Mieten deutlich an, in Berlin sanken sie leicht. Die Angebotsmieten in deutschen Großstädten haben sich zuletzt sehr unterschiedlich entwickelt. Köln, Hamburg und Düsseldorf verzeichneten im Jahresvergleich deutliche Zuwächse, wie aus dem Mietpreisindex des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervorgeht. Berlin wies derweil einen leichten Rückgang aus. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Angebotsmieten in Köln demnach um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In Hamburg betrug der Anstieg 5,1 Prozent und in Düsseldorf 4,1 Prozent. Damit lagen die drei Städte deutlich über dem bundesweiten Schnitt von drei Prozent. Das Minus in Berlin betrug den Angaben nach 0,8 Prozent – zwischen Köln und Berlin lag somit ein Gefälle von fast sieben Prozentpunkten. In München stiegen die Mieten um 3,7 Prozent, in Frankfurt und Leipzig um jeweils 2,8 Prozent, in Stuttgart um 1,3 Prozent. Insgesamt legten die Angebotsmieten in den 37 untersuchten Städten und Regionen im zweiten Quartal 2026 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Weil die allgemeine Teuerung zuletzt ebenfalls anzog, bleibt real im Jahresvergleich laut ISW nur ein Plus von 0,3 Prozent. Im Quartalsvergleich war es demnach bereits das zweite reale Minus in Folge. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft, kurz IfW Kiel, forscht vor allem zu Fragen der Globalisierung und ihrem Einfluss auf Deutschland. Es ist als Stiftung öffentlichen Rechts organisiert und erhält seine Grundfinanzierung durch Fördermittel des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein. Das Institut, das seit 2023 von Moritz Schularick und Birgit Austen geleitet wird, berät aber auch deutsche und internationale Institutionen sowie Verbände und Unternehmen. Absolut betrachtet blieben die Mietpreise in München damit klar am höchsten. Die durchschnittliche Kaltmiete lag dort im zweiten Quartal bei 23,70 Euro pro Quadratmeter, wie das IfW mitteilte. Es folgen Frankfurt am Main (17,80 Euro), Hamburg (16,50 Euro) und Stuttgart (16,30 Euro). Köln kommt auf 16 Euro, Berlin auf 15,30 Euro, Düsseldorf auf 14,90 Euro. Am günstigsten von den acht größten Städten ist Leipzig mit 10,50 Euro. Der gewichtete Durchschnitt aller 37 ausgewerteten Städte und Regionen liegt bei 14,30 Euro pro Quadratmeter. Insbesondere in Stuttgart zeigt sich laut der Studie, dass Niveau und Dynamik auseinanderdriften: Während die Stadt einer der teuersten Mietmärkte Deutschlands sei, stagnierten die Preise im Vergleich zum ersten Quartal. Auch das Plus im Vergleich zum Vorjahr fiel mit 1,3 Prozent vergleichsweise gering aus. "Ein hohes Preisniveau bedeutet also nicht automatisch, dass die Preise weiter kräftig steigen", teilte das IfW mit. Umgekehrt signalisiere ein niedriges Niveau nicht, dass ein Markt ruhig bleibe. Auch außerhalb der acht größten Städte blieb die Entwicklung uneinheitlich. Im Quartalsvergleich stiegen die Angebotsmieten besonders kräftig in Kiel (plus 2 Prozent), Karlsruhe (plus 1,8 Prozent), Wiesbaden und Münster (je plus 1,6 Prozent), Lübeck (plus 1,5 Prozent), Essen und Wuppertal (je plus 1,4 Prozent) sowie Potsdam (plus 1,3 Prozent). Rückgänge blieben die Ausnahme und zeigten sich unter anderem in Braunschweig (minus 0,9 Prozent), Erfurt (minus 0,8 Prozent), Aachen (minus 0,4 Prozent) und im Rhein-Erft-Kreis (minus 0,2 Prozent). Bei neuen Mietwohnungen liegt die Kaltmiete deutlich höher. Im Durchschnitt wurden 19 Euro pro Quadratmeter verlangt, für Bestandswohnungen dagegen nur 13,90 Euro, ein Abstand von fast 37 Prozent. Unter den acht größten Städten ist München im Neubau mit 27,10 Euro pro Quadratmeter mit deutlichem Abstand am teuersten. Leipzig bleibt auch hier mit 14,60 Euro am unteren Ende der acht größten Städte.