Hilfe für Opfer: Weißer Ring: Mehr Unterstützung nach Einbrüchen nötig

Datum22.07.2026 04:50

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Weiße Ring fordert mehr Unterstützung für Einbruchsopfer, die psychologische Betreuung wie Gewaltopfer erhalten sollten. Die Organisation appelliert an die Berliner Parteien, angesichts steigender Einbruchszahlen und Traumata bei Betroffenen, die Opferentschädigungen zu beschleunigen und Hilfsangebote auszubauen. Sie möchte die Positionen der Parteien zu verschiedenen Opferhilfethemen vor der Wahl erfahren.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Hilfe für Opfer“. Lesen Sie jetzt „Weißer Ring: Mehr Unterstützung nach Einbrüchen nötig“. Betroffene von Wohnungseinbrüchen sollten aus Sicht des Weißen Ringes bei Entschädigungsfragen Opfern von Gewalttaten gleichgestellt werden. Mit einer entsprechenden Aufforderung hat sich der Landesverband der Opferhilfsorganisation an die Berliner Parteien gewandt. "Betroffene eines Einbruchs sind häufig schwer traumatisiert und leiden unter Angstzuständen", erklärt der Berliner Landesvorsitzende Rolf Schmachtenberg.  Für sie wäre es aus seiner Sicht eine große Hilfe, wenn sie wie Opfer von Gewalttaten von den Traumaambulanzen in Berlin betreut werden könnten. Dort gibt es psychologische Unterstützung. Die Kosten für die ersten Stunden übernimmt das Land Berlin.  Laut Polizeistatistik gab es im vergangenen Jahr in Berlin rund 10.600 Wohnungseinbrüche - und damit fast 25 Prozent mehr als im Jahr 2024 (8.529). Auch mit Blick auf diese Entwicklung erhofft sich der Weiße Ring von der Politik mehr Unterstützung für Betroffene.  Vor der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September hat sich die Organisation darum mit einem Brief an die Parteien gewandt. Darin spricht sie weitere Themen an, um die jeweiligen Positionen der Politiker dazu zu erfahren. Bis Ende des Monats sind die Parteien gebeten, ihre Haltung zu den sogenannten Wahlprüfsteinen zu erläutern.  Zu den Themen gehört unter anderem die Frage, welche Maßnahme die Parteien ergreifen wollen, damit Opferentschädigungen schneller bearbeitet werden. Oder aber wie Opfern häuslicher Gewalt schneller geholfen werden kann.  Der Weiße Ring ist eine bundesweite Organisation, die Menschen nach Straftaten hilft - durch Beratung und finanzielle Unterstützung. In ganz Deutschland engagieren sich rund 3.000 der insgesamt etwa 40.000 Mitglieder als ehrenamtliche Opferberaterinnen und -berater. In Berlin sind es 140 der rund 1.800 Mitglieder. Die beratenen Opfer von Gewalttaten bekamen im vergangenen Jahr in Berlin in 1.664 Fällen auch eine materielle Hilfe (2024: 1.695), wie Schmachtenberg berichtet. In 36 Prozent der Fälle ging es um Hilfe nach Körperverletzungen, in 25,5 Prozent um Sexualdelikte. Aber auch Opfer von Nachstellungen oder Angehörige von Todesopfern wurden betreut.  Zu den bekannten Fällen im Jahr 2025 gehörte die Betreuung des spanischen Touristen, der am 21. Februar 2025 bei einer radikal-islamistisch motivierten Messerattacke am Holocaust-Mahnmal in Berlin lebensgefährlich verletzt worden war. Das Opfer und seine zwei Begleiter wurden vom Weißen Ring unterstützt. Die Beratung dauert bis heute an, wie Schmachtenberg schilderte. © dpa-infocom, dpa:260722-930-419329/1