Datum22.07.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRÜber 600 rote Theatersessel aus Bocholt sind verschwunden. Die Stadt beauftragte einen Betrieb in Niedersachsen mit dem Aufpolstern, doch der Kontakt brach ab. Die Staatsanwaltschaft Hildesheim ermittelt wegen der fehlenden Bestuhlung, während die Stadt nach Ersatz für die Bauarbeiten am Bühnenhaus sucht. Die neuen Stühle müssen denkmalpflegerischen Auflagen entsprechen, was die Beschaffung verzögert und verteuert.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Theater ohne Sessel“. Lesen Sie jetzt „Über 600 Bocholter Theatersessel nicht wieder aufgetaucht“. Im Drama um mehr als 600 verschwundene rote Polstersessel des städtischen Bühnenhauses Bocholt im Münsterland ist kein glückliches Ende in Sicht. Die prägnanten Sitzmöbel bleiben verschwunden. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Hildesheim ist der Aufenthaltsort des möglichen Beschuldigten unbekannt. Die Behörde hat nach einer Strafanzeige der Stadt Ermittlungen zu den verschwundenen Theatersitzen eingeleitet. Die Stadt wollte ihre Klappsessel aufpolstern lassen und hatte nach einer Ausschreibung einen Betrieb in Niedersachsen damit beauftragt. Doch der Kontakt riss nach Angaben der Stadt bereits vor mehr als einem Jahr ab. Trotz schriftlicher Mahnungen, Fristsetzungen und Zustellungsversuchen seien Bemühungen, den Betrieb zur Vertragserfüllung zu bewegen, ergebnislos geblieben. Die Stadt stellte Strafanzeige gegen den Geschäftsführer des Betriebes. Eigentlich sollte die Theaterbestuhlung des städtischen Bühnenhauses im Zuge von Bauarbeiten neu gepolstert werden. Um den Zeitplan für die Fertigstellung des Bühnenhauses nicht zu gefährden, wurde eine Ersatzbeschaffung zum Thema. Aktuell liefen Absprachen mit Denkmalschutzbehörden, sagte ein Sprecher der Stadt. Es gehe darum, wie genau die Ersatzstühle den alten Sitzen gleichen müssten. Dies beeinflusse maßgeblich die Kosten für eine Ersatzbeschaffung. Bei den laufenden Bauarbeiten geht es um die Sanierung des Rathauses und des angeschlossenen städtischen Bühnenhauses in Bocholt. Der Komplex ist in den 1970er Jahren entstanden. Das Bühnenhaus wird zudem auch erweitert. Die Stadt Bocholt liegt im Westmünsterland und hat mehr als 70.000 Einwohner. Zu den Ausweichspielstätten während der aufwendigen Bauarbeiten am Bühnenhaus gehört auch das imposante historische Rathaus. Auch die neue Spielzeit, die von Sommer 2026 bis zum Sommer 2027 reicht, finde in den bereits bekannten Ausweichspielstätten statt, sagte eine Sprecherin des Vereins Stadttheater Bocholt auf Anfrage. © dpa-infocom, dpa:260722-930-419236/1