Zehnter Jahrestag: Steinmeier bei Gedenken an Anschlag am Einkaufszentrum

Datum22.07.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRMünchen gedenkt des zehnten Jahrestags des rassistischen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum, bei dem neun Menschen starben. Bundespräsident Steinmeier wird sprechen, es gibt Trauerbeflaggung und eine Schweigeminute. Die Tat, lange als Amoklauf eingestuft, wurde erst 2019 als rechtsextrem motiviert anerkannt. Angehörige fordern einen Untersuchungsausschuss zur Klärung möglicher Versäumnisse und zur Aufdeckung rechter Netzwerke, um künftige Taten zu verhindern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Zehnter Jahrestag“. Lesen Sie jetzt „Steinmeier bei Gedenken an Anschlag am Einkaufszentrum“. Trauerbeflaggung, ein Gedenken mit dem Bundespräsidenten und eine Schweigeminute zum Zeitpunkt der Tat: München erinnert an den zehnten Jahrestag des rassistisch motivierten Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) mit neun Todesopfern.  Am Denkmal am damaligen Tatort wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sprechen. Außerdem sind Reden von Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU), Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) sowie Hinterbliebenen der Opfer angekündigt. Zum Tatzeitpunkt um 17.51 Uhr wird der Opfer mit einer Schweigeminute gedacht. Dann werden auch U-Bahnen, Trams und Busse für eine Minute stillstehen. Ministerpräsident Markus Söder hat für alle staatlichen Dienstgebäude in Bayern für den Jahrestag Trauerbeflaggung angeordnet.  Am 22. Juli 2016 hatte ein 18-Jähriger am Olympia-Einkaufszentrum acht Jugendliche und eine erwachsene Frau erschossen, ehe er sich selbst tötete. Weitere Menschen wurden verletzt.  Die Ermittlungsbehörden sprachen schnell vom Amoklauf eines Einzeltäters. Dabei deutete schon das Datum auf seine rechte Überzeugung hin: Fünf Jahre zuvor, am 22. Juli 2011, hatte der Rassist Anders Behring Breivik in Norwegen 77 überwiegend junge Menschen getötet. Erst im Oktober 2019 stuften die Ermittler die Tat am OEZ als rechtsextremistisch motiviert ein. Dieses Motiv sei lange ignoriert oder bagatellisiert worden, kritisiert die Initiative München-erinnern, die Angehörige der Opfer und Überlebende mit weiteren Unterstützern gegründet haben.  Zum Jahrestag fordern Hinterbliebene einen Untersuchungsausschuss. Sie wollen wissen, ob die Tat hätte verhindert werden können, wenn Hinweise aus dem Umfeld des 18-Jährigen ernst genommen worden wären - und ob erneut ermittelt werden müsste, um mögliche Hintermänner zu finden und rechte Netzwerke aufzudecken.  Größter Wunsch der Angehörigen sei es dabei, dass sich eine solche Tat nicht wiederhole, hieß es von der Initiative München erinnern. Niemand solle erleben, was sie erlebt hätten. © dpa-infocom, dpa:260722-930-419248/1