Datum22.07.2026 04:01
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Flugabwehr in Teheran wurde nach monatelanger Pause wegen US-Angriffen auf militärische Ziele aktiv. Diese Eskalation, elfter Angriffstag in Folge, zielt auf die Schwächung iranischer Fähigkeiten in der Straße von Hormus. US-Präsident Trump droht mit weiteren Angriffen, während Verteidigungsminister Hegseth höhere Kriegskosten beziffert und mehr Gelder fordert, was zu Protesten führt.
InhaltDie iranische Hauptstadt wird offenbar angegriffen, erstmals seit Anfang Juni. Der US-Präsident droht, man sei mit Iran "noch lange nicht fertig". Sein Verteidigungsminister beziffert die Kosten des Krieges – und will noch mehr Geld. Erstmals seit Beginn der jüngsten Eskalation im Irankrieg ist die Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran wieder aktiviert worden. Im Nordosten der Millionenmetropole waren in der Nacht dumpfe Detonationen zu hören, wie Menschen vor Ort berichten. Auch iranische Staatsmedien meldete Flugabwehrfeuer in verschiedenen Bezirken der Stadt, in der rund 15 Millionen Menschen leben. Kurz darauf herrschte zunächst wieder Ruhe. Parallel zu den Explosionen in Teheran hatte das US-Militär eine neue Welle von Angriffen auf militärische Ziele in Iran bekannt gegeben. Damit sollten die Möglichkeiten des Landes geschwächt werden, Handelsschiffe in der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus angreifen zu können, teilte das für die Region zuständige US-Kommando Centcom mit (mehr zu der wichtigen Handelsroute hier ). Es ist die elfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angreifen. Laut Centcom wurden diesmal unter anderem iranische Flugzeughangars, Lager für Drohnen sowie militärische Einsatzzentralen ins Visier genommen. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die nächtlichen Geschehnisse in Teheran könnten darauf hindeuten, dass die Eskalation des Konflikts in eine neue Phase tritt. Die bislang letzten Angriffe auf die Metropole hatte es Anfang Juni gegeben. Damals hatte die israelische Luftwaffe als Reaktion auf iranische Raketenangriffe Ziele in der Stadt attackiert. Der Konflikt war Anfang Juli erneut aufgeflammt, nachdem Irans Streitkräfte Handelsschiffe in der Straße von Hormus beschossen hatten. Die USA flogen daraufhin Hunderte Luftangriffe auf Ziele an der Südküste Irans. US-Präsident Donald Trump erklärte die Anfang April vereinbarte – und ohnehin mehrmals gebrochene – Waffenruhe sowie das Mitte Juni ausgehandelte Rahmenabkommen für gescheitert. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. US-Präsident Trump über Irans "Pickaxe Mountain" Trump hatte Iran am Dienstag weitere Angriffe angedroht. Die USA seien mit Iran "noch lange nicht fertig", sagte er bei einem Treffen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun im Weißen Haus. Unter anderem drohte er mit Angriffen auf den "Pickaxe Mountain", den Spitzhackenberg, ein 1608 Meter hohes Bergmassiv in Zentraliran. Westliche Geheimdienste vermuten, dass Iran dort tief unter der Erde eine geheime Urananreicherungsanlage errichtet. "Wir werden diesen Bereich in Kürze ins Visier nehmen und zwar mit voller Wucht", sagte Trump (mehr dazu, was über den Spitzhackenberg bekannt ist, erfahren Sie hier ). Das oberste Militärkommando Irans drohte für diesen Fall mit Angriffen auf Ziele der USA und ihrer Verbündeten. Ende Februar hatten Israel und die USA ihren Krieg gegen Iran begonnen und das Land fast 40 Tage lang aus der Luft angegriffen. Dabei wurden zahlreiche einflussreiche Generäle und Spitzenpolitiker gezielt getötet, darunter bereits am ersten Kriegstag Irans oberster Führer Khamenei. Die iranischen Streitkräfte reagierten mit massiven Raketenangriffen auf US-Ziele in der Golfregion. Der Krieg kostet die USA nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth inzwischen 37,5 Milliarden Dollar (rund 32 Milliarden Euro). Das sagte Hegseth bei einer Anhörung im US-Senat auf Nachfrage des demokratischen Senators Dick Durbin. Die bisher letzte offizielle Schätzung hatte bei 29 Milliarden Dollar gelegen. Die Summe umfasse neben den bisherigen Ausgaben auch erwartete Kosten bis zum Ende des laufenden Haushaltsjahres am 30. September, sagte Hegseth. Dazu zählten unter anderem Zahlungen für Militärangehörige sowie Betriebs- und Wartungskosten. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Hegseth warb im Kongress für einen Nachtragshaushalt in Höhe von 67 Milliarden Dollar für das Verteidigungsministerium. Das Geld soll unter anderem die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte sichern, verbrauchtes Material ersetzen und Investitionen in Munition sowie neue Waffensysteme beschleunigen. Der Minister betonte mehrfach, dass der beantragte Nachtragshaushalt den regulären Verteidigungsetat nicht ersetzen solle. Er sei als zusätzliche Soforthilfe gedacht. Sein Ziel sei angesichts der weltweiten Sicherheitslage ein Verteidigungshaushalt von 1,5 Billionen Dollar für das Haushaltsjahr 2026. Hegseth wurde bei seinem Auftritt gleich mehrmals nacheinander von Demonstranten unterbrochen, die ein Ende des Irankriegs forderten. Beamte führten die Protestierenden aus dem Raum im Kapitol. Donald Trump hat genug vom Krieg gegen Iran, findet aber keinen Ausweg. Nun flammt der Konflikt wieder auf – und droht, seine MAGA-Bewegung zu zerlegen. Welche Optionen dem US-Präsidenten noch bleiben, erfahren Sie hier .