Datum22.07.2026 03:54
Quellewww.zeit.de
TLDRDanger Dan und Igor Levit kritisierten nach ihrer Ausladung beim ZDF die zu geringe Debatte über rechte Gewalt. Sie fordern stattdessen einen Fokus auf den Umgang mit und die Bekämpfung rechter Gewalt. Der Auftritt ihres Liedes "Keine Angst" wurde vom Sender mit der Begründung abgesagt, es sei ein Aufruf zu linkem, gewaltbereitem Widerstand. Beide Musiker und verschiedene Organisationen sehen darin einen Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit.
InhaltNach dem ZDF-Eklat sind die Musiker in Berlin aufgetreten. In den letzten Tagen sei zu viel über die Ausladung und zu wenig über rechte Gewalt gesprochen worden. Die Musiker Danger Dan und Igor Levit haben nach dem abgesagten Auftritt im ZDF ein Ersatzkonzert gespielt und die Debatte der zurückliegenden Tage kritisiert. Es sei viel darum gegangen, ob die Ausladung angemessen gewesen sei, sagte Danger Dan im Columbia Theater in Berlin. Das sei aber nicht die entscheidende Frage, ergänzte Pianist Levit. Als eine Frage, die stattdessen diskutiert werden sollte, nannte Danger Dan: "Wie gehen wir um mit rechter Gewalt, die explosionsartig anwächst und immer brutaler wird?" Levit forderte zudem einen Fokus auf Hilfe für Menschen, die von rechter Gewalt bedroht werden und etwa Angst hätten, aus dem Haus zu gehen. Eigentlich wollte Danger Dan sein neues Lied "Keine Angst" gemeinsam mit Levit bei der 100. Ausgabe der ZDF-Kabarettsendung Die Anstalt spielen, die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigt. Kurz vor der Aufzeichnung entschied der Sender jedoch, den Auftritt zu streichen, da der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Man habe es "unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun", sagte Intendant Norbert Himmler der Süddeutschen Zeitung. Dieser münde in freundliche Grüße an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter. Zugleich räumte Himmler Fehler beim Entscheidungsprozess ein. Danger Dan hatte bestritten, mit seinem Song zu Gewalt aufzurufen. Die beiden Musiker sprachen von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Schritt als schwerwiegenden Eingriff in die redaktionelle Freiheit. Auch die Macher der Sendung kritisierten die Ausladung. Sie sprachen von einer "mutlosen" Entscheidung. Einige von ihnen saßen nun in Berlin im Publikum, am gleichen Abend wurde ihre Jubiläumsfolge im Fernsehen gezeigt.