Zu viel Hektik: Minister Wilke wünscht sich mehr Entschleunigung in Politik

Datum21.07.2026 19:36

Quellewww.zeit.de

TLDRBrandenburgs Arbeits- und Gesundheitsminister René Wilke kritisiert den Hektikdruck in der Politik. Er fordert mehr Zeit für tiefgehende Überlegungen und Abwägungen, um die Qualität politischer Entscheidungen zu verbessern. Wilke bemängelt, dass kurzfristige Erfolge oft nicht nachhaltig seien und Wähler kurzfristige Ergebnisse erwarteten. Er teilt seine eigenen Erfahrungen mit dem Pilgern auf dem Jakobsweg, das ihm zur Entschleunigung und Reflexion diente und eine andere Perspektive auf Land und Leute ermöglichte.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Zu viel Hektik“. Lesen Sie jetzt „Minister Wilke wünscht sich mehr Entschleunigung in Politik“. Brandenburgs Arbeits- und Gesundheitsminister René Wilke (42) wünscht sich mehr Entschleunigung in der Politik. "Wir springen viel zu oft von einem Thema ins nächste, von einer Akutsituation in die nächste", sagte der SPD-Politiker dem "Tagesspiegel". "Wir haben zu wenig Raum, um Dinge tiefer zu durchdenken, mit ausreichend Menschen abzuwägen und zu besprechen. Der massive Geschwindigkeitsdruck, den wir erleben, ist nicht gut für die Qualität dessen, was dabei herauskommt." Kurzfristig sei vieles gut vermarktbar, aber langfristig merke man dann die Unzulänglichkeiten auf dem Weg. "Und das ist aus meiner Sicht schizophren: Die Wähler wünschen sich, dass Dinge langfristig gut durchdacht passieren - aber wenn ein Politiker nicht sofort, nicht kurzfristig etwas Sichtbares liefert, bekommt er das in Umfragen und im Wahlergebnis zu spüren." Aber dies müsse auch nicht immer ein Gegensatz sein. Wilke hatte im Juni in Frankfurt (Oder) seine langjährige Lebensgefährtin geheiratet. Die Hochzeitsreise führte das Paar auf den bei Pilgern beliebten Jakobsweg in Nordspanien - zum Entschleunigen. "Das Pilgern ist eine schöne Art, ein Land anders kennenzulernen", sagte Wilke der Zeitung. "Man kommt anders in Berührung mit dem Land. Man sieht seine Schwierigkeiten, man sieht seine Vorzüge." Für ihn sei die Wanderung eine körperliche Herausforderung gewesen. "Aber man hat Zeit, nachzudenken, zu reflektieren und Dinge zu verarbeiten." © dpa-infocom, dpa:260721-930-418517/1