Datum21.07.2026 17:16
Quellewww.zeit.de
TLDREin Wiener Strafgericht sprach Ex-Diplomat Johannes Peterlik vom Vorwurf der Weitergabe der Nowitschok-Formel frei. Dem ehemaligen Botschafter wurde vorgeworfen, vertrauliche Dokumente der OPCW über das Nervengift einem Polizisten gezeigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Amtsmissbrauchs und
InhaltEin Wiener Strafgericht hat Johannes Peterlik freigesprochen. Dem Ex-Diplomaten war die Weitergabe vertraulicher Dokumente zum Nervengift Nowitschok vorgeworfen worden. Das Wiener Landesgericht für Strafsachen hat den österreichischen Ex-Diplomaten Johannes Peterlik vom Vorwurf, die Formel des Nervengifts Nowitschok weitergegeben zu haben, freigesprochen. Das Schöffengericht hatte bereits im April zugunsten Peterliks entschieden, allerdings meldete die Staatsanwaltschaft Wien damals eine Nichtigkeitsbeschwerde an. Am 16. Juli zog die Staatsanwaltschaft diese jedoch zurück – somit ist der Freispruch Peterliks rechtskräftig. Gegen den früheren Botschafter sowie Generalsekretär des österreichischen Außenministeriums war wegen der Weitergabe von vertraulichen Dokumenten zur Zusammensetzung des russischen Nervengiftes Nowitschok ermittelt worden. Die Ermittlungen wurden durch den Wirecard-Skandal ausgelöst. Konkret lautete der Vorwurf, Peterlik habe dem ehemaligen österreichischen Polizeibeamten Egisto Ott mehrere Dokumente der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) gezeigt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm darum Amtsmissbrauch sowie die Verletzung seiner Geheimhaltungspflicht vor. Im Herbst 2025 wurde Peterlik angeklagt. Das Straflandesgericht in Wien zeigte sich in seinem Urteil allerdings davon überzeugt, dass der frühere Diplomat die ihm vorgeworfenen Straftaten nicht begangen hat. Peterlik war von 2018 bis 2020 der ranghöchste Beamte im österreichischen Außenministerium und im Anschluss österreichischer Botschafter in Indonesien. 2021 wurde er von diesem Posten abberufen.