Antisemitische Gewalt: Mann mit Israel-Anstecker bei Angriff schwer verletzt

Datum21.07.2026 14:58

Quellewww.zeit.de

TLDRIn Höchberg bei Würzburg wurde ein 65-jähriges Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wegen eines Israel-Ansteckers angegriffen und schwer verletzt. Der 20-jährige mutmaßliche Täter, syrischer Staatsbürgerschaft und bereits polizeibekannt, trat auf das am Boden liegende Opfer ein. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten eine israelfeindliche und antisemitische Motivation. Der DIG-Präsident Volker Beck zeigte sich schockiert und forderte harte Bestrafung sowie ein entschiedenes Vorgehen gegen antisemitische Taten.

InhaltEin Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft wurde in Höchberg bei Würzburg angegriffen und schwer verletzt. Er trug einen Anstecker mit israelischer Flagge. Ein Mann mit einer Israelflagge am Revers ist in Unterfranken angegriffen und schwer verletzt worden. Man gehe von einer israelfeindlichen oder antisemitischen und islamistischen Motivation des 20 Jahre alten Angreifers aus, teilten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft München mit. Der mutmaßliche Angreifer mit syrischer Staatsbürgerschaft sei noch vor Ort in Höchberg bei Würzburg festgenommen worden und sitze inzwischen in Untersuchungshaft, hieß es von den Ermittlungsbehörden. Er sei in der Vergangenheit bereits strafrechtlich, unter anderem wegen Körperverletzung in Erscheinung getreten. Der Verdächtige soll den 65-Jährigen unter anderem gegen den Kopf getreten haben. Das Opfer befindet sich nach dem Angriff am späten Sonntagabend nicht in Lebensgefahr. Bei der Festnahme des Verdächtigen sei ein Polizist leicht verletzt worden. Bei dem Schwerverletzten handle es sich um ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in Würzburg, teilte die Organisation mit. Er sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden. Als der Mann schon wehrlos am Boden gelegen habe, habe der Angreifer "weiter brutal auf Kopf und Körper" eingetreten, teilte die DIG mit. Das Opfer habe "unter anderem Kopfverletzungen und einen Knochenbruch" erlitten und wurde auf der Intensivstation behandelt. DIG-Präsident Volker Beck sagte, er sei "schockiert" über den Angriff, und forderte eine "rasche und harte Bestrafung" des Angreifers. "Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen", sagte Beck. "Das darf nicht mehr toleriert werden und dem Klima, das solche Taten begünstigt, muss von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden."