Datum21.07.2026 17:01
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsen stellt über 800 neue Lehrer ein und priorisiert Einstellung dort, wo sie dringend gebraucht werden, um Chancengleichheit zu wahren. Darauf besteht Kultusminister Clemens, auch wenn Lehramtsabsolventen sich vermehrt in Thüringen und Sachsen-Anhalt bewerben, da sie ländliche Regionen Sächsens meiden. Sachsen versucht, allen Bewerbern mehr als ein Angebot zu machen, die Entscheidung liegt aber bei den Absolventen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Lehrer in Sachsen“. Lesen Sie jetzt „Mehr als 800 neue Lehrer – Sachsen bleibt bei Prioritäten“. Sachsen setzt bei der Einstellung neuer Lehrkräfte weiterhin dieselben Prioritäten. "Wir wollen die Bewerber gerne einstellen, aber dort, wo wir sie dringend brauchen. Wir bleiben bei unserem Kurs: Bildung darf nicht von der Postleitzahl abhängig sein", sagte Kultusminister Conrad Clemens (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund ist ein Bericht der "Leipziger Volkszeitung" und der "Sächsischen Zeitung", wonach Absolventen des Lehramtsstudiums in Sachsen sich vermehrt in Thüringen und Sachsen-Anhalt bewerben - weil sie nicht in der sächsischen Provinz arbeiten wollen. "Es ist das gute Recht jeder angehenden Lehrkraft, weitere Angebote einzuholen und sich ebenfalls in anderen Bundesländern zu bewerben. Auch in Sachsen bewerben sich jedes Jahr Absolventen, die in anderen Bundesländern ausgebildet wurden", reagierte das sächsische Kultusministerium. Das Landesamt für Schule und Bildung unterbreite allen Bewerbern grundsätzlich mehr als ein Angebot. "Wir wollen sie einstellen. Für welche Stelle sich ein Bewerber aber schlussendlich entscheidet, liegt in seinem eigenen Ermessen." Nach Angaben des Kultusministeriums in Dresden laufen die Einstellungen aktuell noch. Mehr als 800 Verträge habe man bereits schließen können. "Darunter befinden sich auch Absolventen aus anderen Bundesländern und Leipziger, die Stellen im Erzgebirge angenommen haben - aber auch an vielen anderen Orten", hieß es. Laut Thüringer Bildungsministerium stieg die Zahl der Bewerber, die einen Lehramtsabschluss in Sachsen erwarben. "Seit dem 1. August 2025 sind über alle fünf Staatlichen Schulämter hinweg 75 solcher Bewerbungen eingegangen, gegenüber 54 im Vorjahreszeitraum (August 2024 bis Juli 2025)", teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Ein zunehmendes Interesse könne man "insofern grundsätzlich bestätigen". Vor allem in Ostthüringen sei ein zunehmendes Interesse von Bewerberinnen und Bewerbern aus dem Raum Leipzig zu beobachten - sowohl für eine Anstellung als auch für die Absolvierung des Vorbereitungsdienstes, hieß es. Es richte sich vor allem auf die angrenzende Region um Altenburg. Am stärksten sei das Interesse dort im Grundschulbereich. Bei landesweiten Bewerbungen selbst liegt der Schwerpunkt demgegenüber beim gymnasialen Lehramt. Eine belastbare Trendaussage zu den tatsächlichen Einstellungen sei auf der bestehenden Datengrundlage aber nicht möglich, teilte das Thüringer Ministerium abschließend mit. In Sachsen-Anhalt wird nach Angaben des Bildungsministeriums nicht erfasst, wo die Bewerberinnen und Bewerber im Land ihre Abschlüsse gemacht haben. Allerdings habe man stichprobenartig einen kurzen Zeitraum genauer betrachtet. In dieser Zeit stammten ein Drittel der Bewerbungen von Lehrkräften aus Sachsen. Diese Auswertung sei aber "nicht statistisch abgesichert und damit kaum repräsentativ", betonte ein Sprecher. Angehende Lehrkräfte, die in Sachsen-Anhalt studiert haben, bekämen im Land immer ein Einstellungsangebot, ergänzte der Sprecher. Menschen aus anderen Bundesländern würden bei einer normalen Bewerbung auf eine freie Stelle weder bevorzugt noch benachteiligt. Wer die Stelle bekomme, hänge unter anderem von der Eignung, der Befähigung und den Abschlüssen der Person ab. © dpa-infocom, dpa:260721-930-417898/1