Datum21.07.2026 14:01
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Hauptverdächtige der Bluttat in Stade mit sechs Toten hat sich im Gefängnis das Leben genommen. Der 45-Jährige, der mutmaßlich sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung erschossen hat, wurde tot in seiner Zelle aufgefunden. Hinweise auf Fremdverschulden gibt es laut Justizministerium nicht. Hintergrund der Tat war womöglich ein Sorgerechtsstreit. Der Verdächtige war kurz nach der Tat festgenommen worden.
InhaltDer Verdächtige der Bluttat mit sechs Toten in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade ist tot. Der Mann beging laut niedersächsischer Landesregierung im Gefängnis Suizid. Der 45-Jährige, der vor rund drei Wochen sechs Menschen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade getötet haben soll, hat Suizid begangen. Das teilte das niedersächsische Justizministerium mit. Hinweise auf ein Fremdverschulden liegen aktuell nicht vor. Menschen, die Suizidgedanken haben, finden bei der Telefonseelsorge unter www.telefonseelsorge.de oder bei den kostenlosen Hotlines 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222 rund um die Uhr Hilfe. Der Gefangene wurde heute um 6 Uhr von einem Stationsbediensteten im Rahmen der morgendlichen Lebend- und Vollzähligkeitskontrolle in seinem Einzelhaftraum in Bremervörde (Landkreis Rotenburg) aufgefunden. Der Gefangene wies zu diesem Zeitpunkt bereits keine Körpertemperatur mehr auf. Durch den herbeigerufenen Notarzt wurde um 6.29 Uhr der Tod des Gefangenen durch Strangulation festgestellt. Die Ermittlungen zu den konkreten Umständen des Todes wurden eingeleitet und laufen derzeit. Es wurden zwischenzeitlich sowohl die Angehörigen des Toten als auch die Angehörigen der Opfer in Stade informiert. Der 45-Jährige soll vor drei Wochen in einer Jugendhilfeeinrichtung in Stade während eines sogenannten Hilfeplangesprächs sechs Beschäftigte der Einrichtung und des Jugendamts erschossen haben. Hintergrund der Tat war nach Ermittlerkenntnissen mutmaßlich ein Sorgerechtsstreit. In der Einrichtung waren demnach die drei Monate alte Tochter des Verdächtigen sowie die 34-jährige Kindsmutter untergebracht. Der Mann wurde kurz nach der Tat auf der Flucht festgenommen und kam anschließend in Untersuchungshaft. Gegen ihn wurde wegen Mordes ermittelt. Im Fokus der Ermittler sind auch die Mutter des Kindes sowie eine weitere Frau, die den Fluchtwagen gefahren haben soll. Inwieweit sie aber tatsächlich an der Tat beteiligt waren, ist weiter offen, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mitteilte. Erst gestern war bekannt geworden, dass gegen den zum Tatzeitpunkt 45-Jährigen ein offener Haftbefehl aus der Türkei vorliegt. Nach der Tat in Stade hatte es Medienberichte darüber gegeben, dass der Verdächtige in der Türkei bereits in Haft gesessen habe. Der Grund für den türkischen Haftbefehl ist unterdessen noch nicht bekannt und werde noch geklärt, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungsbehörde teilte zudem mit, dass der mutmaßliche Täter keinen deutschen Aufenthaltstitel hatte. Es war bereits bekannt, dass der Verdächtige in Deutschland geboren wurde, aber die türkische Staatsangehörigkeit hatte.