Tennis: Neue WTA-Regel verpflichtet Spielerinnen zu Geschlechtstests

Datum21.07.2026 10:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie WTA führt einen verpflichtenden Gentest (SRY-Gen-Nachweis) für alle Tennisspielerinnen ein, um die Integrität des Frauensports zu wahren. Dieser Test ersetzt bisherige Kriterien wie niedrigere Testosteronwerte für Transgender-Spielerinnen. Diese Maßnahme folgt anderen Sportverbänden und wurde durch die Debatte um die Teilnahme von Transgender-Athletinnen bei den Olympischen Spielen ausgelöst. Die neue Regel tritt sofort in Kraft.

InhaltDie Teilnahme von Imane Khelif an den Boxwettkämpfen der Olympischen Spiele 2024 löste eine Debatte aus: Wie kann man Frauensport schützen? Nun gibt es eine Maßnahme im Tennis. Tennisspielerinnen müssen künftig einen einmaligen Gentest absolvieren, um auf der Damentour starten zu dürfen. Das bestätigte die Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen WTA der Deutschen Presse-Agentur und verwies auf ihre aktualisierten Teilnahmebedingungen. "Die WTA ist sich bewusst, dass es sich hierbei um ein sensibles und komplexes Thema handelt, und verpflichtet sich, alle Spielerinnen mit Würde zu behandeln und die Richtlinie auf respektvolle und umsichtige Weise umzusetzen", hieß es in der Mitteilung. Vergleichbare Tests haben auch andere internationale Sportverbände, etwa in der Leichtathletik und im Boxen, bereits eingeführt. Die Teilnahmeberechtigung für WTA-Turniere wird künftig durch ein verpflichtendes, einmaliges Screening auf das SRY-Gen nachgewiesen. Dabei wird untersucht, ob das auf dem Y-Chromosom liegende Gen vorhanden ist, das eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale spielt. Der Gentest kann entweder per Wangenabstrich oder anhand einer Blut- beziehungsweise Speichelprobe durchgeführt werden. Die neue Richtlinie tritt an diesem Dienstag in Kraft. Bisher durften Transgender-Frauen an WTA-Turnieren teilnehmen, sofern sie ihr Geschlecht als weiblich angegeben und über einen Zeitraum von zwei Jahren vor dem Wettkampf einen gesenkten Testosteronspiegel aufrechterhalten hatten. Derzeit sind keine Transgender-Frauen bekannt, die auf der WTA-Tour aktiv sind. Die WTA folgt damit der Linie des Internationalen Olympischen Komitees. Auslöser für die verschärfte Politik war die Debatte über die Frauen-Boxwettbewerbe bei den Spielen 2024 in Paris. Die Olympiasiegerinnen Imane Khelif  und Lin Yu-ting waren zuvor vom damaligen Box-Weltverband IBA von der WM ausgeschlossen worden, da sie auf der Basis eines nicht näher erläuterten Geschlechtertests angeblich die Teilnahmekriterien nicht erfüllt hatten. Bei Olympia durften beide starten.