Verbotspläne der Bahn: Hüskens: Alkoholverbot an Bahnhöfen trifft die Falschen

Datum21.07.2026 15:02

Quellewww.zeit.de

TLDRSachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Hüskens kritisiert DB-Pläne für ein Alkoholverbot an Bahnhöfen. Sie hält das Verbot für nicht zielführend und bestrafend für unbescholtene Fahrgäste, die nach Feierlichkeiten nach Hause fahren. Stattdessen fordert sie mehr Sicherheitspersonal und sichtbare Präsenz zur Bekämpfung von Gewalttätern. Hintergrund ist ein Vorfall in Baden-Württemberg. Die Bahn plant, ab Oktober 2026 an 5.400 Bahnhöfen Alkohol zu verbieten, ausgenommen Gastronomie.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Verbotspläne der Bahn“. Lesen Sie jetzt „Hüskens: Alkoholverbot an Bahnhöfen trifft die Falschen“. Sachsen-Anhalts Infrastrukturministerin Lydia Hüskens hält ein von der Deutschen Bahn geplantes Alkoholverbot an deutschen Bahnhöfen nicht für zielführend. "Ein pauschales Alkoholverbot löst kein einziges Sicherheitsproblem. Es bestraft nur die Falschen", sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Bahn einen Bericht der "Bild" bestätigt, dem zufolge es Pläne gibt, ein Alkoholverbot an allen Bahnhöfen in Deutschland einzuführen.  "Wer nach dem Stadtfest, dem Feierabend oder dem Vereinsjubiläum entspannt mit der Bahn nach Hause fährt, ist nicht das Problem", betonte Hüskens. Gewalttäter hingegen würden durch ein Schild am Bahnsteig nicht aufgehalten. "Statt Millionen unbescholtener Fahrgäste unter Generalverdacht zu stellen, sollte die Bahn dort für Sicherheit sorgen", forderte die Ministerin. Das könne durch mehr Personal und sichtbare Präsenz umgesetzt werden - "nicht durch Verbotsschilder gegen das Feierabendbier".  Ein Auslöser für das geplante Verbot war ein Vorfall am Freitagabend in Baden-Württemberg. Ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter der Deutschen Bahn wurde bei einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug nach bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft von einem 36 Jahre alten Fahrgast geschlagen und getreten. Derzeit gibt es in Sachsen-Anhalt an keinem Bahnhof ein solches Alkoholverbot. In Sachsen und Thüringen hingegen sind Bier, Wein und Schnaps etwa in Freiberg (Kreis Mittelsachsen) und Altenburg (Kreis Altenburger Land) tabu. Für die Sicherheit an Bahnhöfen ist neben DB-Sicherheitskräften vor allem die Bundespolizei zuständig. Künftig soll es den DB-Plänen nach an bundesweit 5.400 Bahnhöfen untersagt sein, Bier, Wein, Schnaps oder anderen Alkohol zu trinken. Die flächendeckende Umsetzung soll bis zum 15. Oktober 2026 abgeschlossen sein. Ausgenommen sein soll der Konsum innerhalb der lizenzierten Bahnhofsgastronomie. Auch das Mitführen von Alkohol in verschlossenen Taschen oder aus Einkäufen soll weiterhin gestattet bleiben. © dpa-infocom, dpa:260721-930-417168/1