Datum21.07.2026 14:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer NRW-AfD-Landeschef Martin Vincentz hat einen Rückzieher im parteiinternen Machtkampf gemacht. Er bedauert die Eskalation mit der Bundesspitze bezüglich der Aufstellung der Landesliste für die Landtagswahl 2027 und will "Gras über die Sache wachsen lassen". Die AfD-NRW zieht eine einstweilige Verfügung gegen die Bundesspitze zurück, um zu einem ruhigen Arbeitsmodus zurückzufinden und Schäden von der Partei vor anstehenden Wahlen abzuwenden.
InhaltDer Machtkampf zwischen der AfD-Bundesspitze und dem NRW-Landeschef war zuletzt weiter eskaliert. Nun möchte Martin Vincentz "Gras über die Sache wachsen lassen". Tagelang gab sich Martin Vincentz, Landeschef der AfD in Nordrhein-Westfalen, kämpferisch. Nun macht er einen Rückzieher und schlägt versöhnlichere Töne gegenüber der Bundesspitze an: Er wolle zum Ausdruck bringen, "wie sehr ich die wechselseitige Eskalation der letzten Tage bedauere", schrieb Vincentz in einer Mail an die Parteichefs Alice Weidel und Tino Chrupalla. Das Schreiben liegt dem SPIEGEL vor. In den vergangenen Tagen hatte sich ein Machtkampf innerhalb der Partei zugespitzt. Gegenstand des Konflikts war die Aufstellung der Landesliste für die Landtagswahl 2027. Gegner des Landeschefs hatten die Versammlung, bei der die Liste erstellt werden sollte, blockiert. Sie fühlten sich bei der Verteilung aussichtsreicher Listenplätze übergangen. Der Bundesverband entschied am Montagmorgen, eine Untersuchungskommission in NRW einzusetzen. (Lesen Sie hier mehr dazu.) Vincentz verschickte seinen Deeskalationsversuch wenige Stunden später. Er kündigte darin an, die Landespartei werde den Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung, den sie beim Landgericht Düsseldorf gegen die AfD-Bundesspitze gestellt hatte, zurückziehen. Die Rücknahme geschehe "in dem Vertrauen, dass der Bundesvorstand genauso besonnen und beruhigend mit uns diesen Weg geht und wir in der Öffentlichkeit ›Gras über die Sache wachsen lassen können‹", schrieb Vincentz. Es müsse jetzt darum gehen, "wieder zu einem ruhigen Arbeitsmodus zurück zu finden". Entscheidend sei, vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern "jeden Schaden von der Partei zu wenden". Im September wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag. Die AfD wirbt mit einem 100-Tage-Plan, sollte sie regieren. Spitzenkandidat Siegmund will tatkräftig wirken. Aber er trägt zu dick auf und verdreht Fakten. Lesen Sie hier , was umsetzbar wäre – und was nicht.