Russland: FSB meldet Tötung mutmaßlichen ukrainischen Agenten

Datum21.07.2026 12:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer russische Geheimdienst FSB meldet die Tötung eines mutmaßlichen ukrainischen Agenten, der einen Anschlag auf eine Bahnstrecke im Ural geplant haben soll. Der FSB veröffentlichte Videoaufnahmen des Toten und beschuldigt ihn, im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes gehandelt zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. Russische Behörden machen oft Kyjiws Geheimdienste für Sabotageakte in Russland verantwortlich, insbesondere seit Beginn der Invasion 2022.

InhaltDie russischen Behörden verbreiten Videoaufnahmen, die einen toten Mann in einem Keller zeigen. Der FSB beschuldigt ihn, für die Ukraine einen Sabotageakt geplant zu haben, an einer Bahnstrecke im Ural. Ein toter Mann in einem Keller, ein Säckchen Munition, mehrere Computer: Der russische Geheimdienst FSB will eigenen Angaben zufolge einen mutmaßlichen Terroranschlag verhindert und den Verdächtigen getötet haben. Die Behörden verbreiten entsprechende Videoaufnahmen. Dem Mann wird vorgeworfen, einen Sabotage- und Terrorakt im Auftrag des ukrainischen Militärgeheimdienstes HUR vorbereitet zu haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Dem FSB zufolge wurde der Mann in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine geboren. Er soll Kontakt zum HUR aufgenommen und in dessen Auftrag die Bahnstrecke einer Energieanlage im Föderationskreis Ural ausgekundschaftet haben. Sein Ziel soll gewesen sein, dort einen Sprengsatz anzubringen. Diesen soll er in einem Gebäude in Tjumen versteckt haben. Bei seiner Festnahme habe der Mann mit einem Sturmgewehr auf Mitarbeiter des FSB geschossen und sei daraufhin erschossen worden, hieß es in der Mitteilung. Seit Beginn der russischen Invasion in die Ukraine 2022 hat es in Russland zahlreiche Fälle von Sabotage an Bahnstrecken und anderen Objekten sowie Attentate auf Militärangehörige und Kriegsbefürworter gegeben. Russische Ermittler machen oft Kyjiws Geheimdienste dafür verantwortlich. Der FSB meldet regelmäßig, angebliche Sabotageakte oder Terroranschläge verhindert und Verdächtige getötet zu haben. Während der FSB mit der Nachricht Stärke demonstrieren will, wirkt die russische Machtelite derzeit geschwächt: Die Umfragewerte für Wladimir Putins Regierungspartei sind vor der Dumawahl im September ungewöhnlich schlecht. Im SPIEGEL-Interview  erklärt Politikwissenschaftlerin Ekaterina Schulmann, warum die Wähler in Russland so unzufrieden sind.