Datum21.07.2026 11:53
Quellewww.zeit.de
TLDRSport-Geschäftsführer Jonas Boldt von Hannover 96 widerspricht Trainer Christian Titz bezüglich der Kaderplanung. Während Titz vier bis fünf neue Spieler fordert, betont Boldt, dass Transfers nicht unbegrenzt möglich sind und wirtschaftliche Aspekte eine Rolle spielen. Er verweist auf seine Entscheidungshoheit und kritisiert eine reine Fokussierung auf Transfers ohne klare Strategie. Boldt bevorzugt aus wirtschaftlichen Gründen einen bewusst kleineren Kader, im Gegensatz zu Titz', der eine größere Spieleranzahl gewohnt ist.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Diskussion um Transfers“. Lesen Sie jetzt „"Kein Playstation-Spiel": Boldt kontert Hannover-Trainer“. Nach sieben gescheiterten Anläufen will Hannover 96 endlich die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga schaffen. Über die Kaderplanung für die nächste Saison gibt es aber offenbar unterschiedliche Ansichten. Trainer Christian Titz sagte gleich zu Beginn des Trainingslagers in Iserlohn: "Ich werde da kein Geheimnis draus machen. Wir wissen alle, dass wir noch vier, fünf Spieler im Kader benötigen." Nach dem Weggang von fünf potenziellen Stammspielern sei die Kaderstruktur "wirklich schon eng". Der neue Sport-Geschäftsführer Jonas Boldt konterte diese Einschätzung zwei Tage später sehr deutlich. "Dass man sagt: Ich möchte besser werden, das unterschreibe ich total", sagte der 44-Jährige. Aber: "Nur Spieler zu verpflichten, ist nicht des Rätsels Lösung." Mehrfach verwies Boldt in einem Gespräch mit Hannoveraner Medien auf seine Entscheidungshoheit. "In der Kaderplanung gibt es immer einen, der die Parameter vorgibt, weil die wirtschaftliche Thematik natürlich eine Rolle spielt. Das ist ja kein Playstation-Spiel, wo man unendlich Geld hat oder einen Cheatcode", sagte der frühere Sportvorstand des Hamburger SV. Er wisse genau: "Transfers sind mittlerweile ein Event-Thema. Die Menschen sehnen sich danach, es verkaufen sich Schlagzeilen. So funktioniert es am Ende aber nicht", sagte Boldt. "Wir wollen es planvoll angehen. Wir müssen gucken, wo wir Vakanzen haben und besser werden wollen. Danach agieren wir." Ein grundlegender Dissens zwischen Trainer und Sportchef ist: Titz arbeitete schon in seiner erfolgreichen Zeit beim 1. FC Magdeburg gern mit einer möglichst großen Anzahl an Spielern. Boldt dagegen möchte den Kader aus wirtschaftlichen Gründen "bewusst ein bisschen" kleiner halten. "Es können nur elf plus fünf Spieler spielen. Das darf man nicht vergessen", sagte er. © dpa-infocom, dpa:260721-930-415924/1