Datum21.07.2026 11:48
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Polizei hat sechs mutmaßliche Autohehler festgenommen, fünf verbleiben in deutscher U-Haft, einer in Rumänien. Die Gruppe soll gestohlene Fahrzeuge im Wert von 1,3 Millionen Euro weiterverkauft und teils mit gefälschten Dokumenten sowie Strohmännern gearbeitet haben. Die Fahrzeuge wurden oft ins Ausland, hauptsächlich nach Rumänien, verbracht und dort erneut zugelassen. Internationale Kooperation und EU-Förderung unterstützten die Ermittlungen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sechs Verdächtige in U-Haft“. Lesen Sie jetzt „Polizei nimmt mutmaßliche Autohehler fest - Millionenschaden“. Ermittler der Kriminalpolizei aus Rottweil haben mit Unterstützung rumänischer Behörden mehrere mutmaßliche Autohehler festgenommen. Fünf von ihnen sitzen in Deutschland in Untersuchungshaft, ein weiterer in Rumänien, wie die Polizei mitteilte. Die Gruppe steht im Verdacht, gestohlene und unterschlagene Fahrzeuge in Millionenhöhe weiterverkauft zu haben. Seit Juni 2025 ermittelte die Polizei gegen eine Gruppierung, deren mutmaßliche Haupttäter überwiegend aus dem Raum Tuttlingen agierten. Sie werden verdächtigt, mit den illegal erlangten Fahrzeugen aus Frankreich, Italien, Spanien, Ungarn und weiteren Ländern gehandelt zu haben. Die Tatverdächtigen sollen die Autos, Lastwagen und Transporter zu Zulassungsstellen gebracht, neue Hauptuntersuchungen veranlasst und sie mit Ausfuhrkennzeichen angemeldet haben. Dabei bediente sich die Gruppe den Angaben nach deutschlandweit der Unterstützung von Strohmännern sowie teilweise gefälschter Dokumente. Später sollen sie die Fahrzeuge - teilweise nach Gründung von Scheinfirmen - weiter ins Ausland verkauft haben. Größtenteils seien die Wagen in Rumänien erneut zugelassen worden. Durch umfangreiche Ermittlungen klärten die Spezialisten laut Polizei die Strukturen und das Vorgehen der Gruppierung auf und identifizierten weitere Tatverdächtige. Dabei seien der Gruppe 37 Fälle der Hehlerei von Kraftfahrzeugen in Deutschland mit einem Gesamtwert von rund 1,3 Millionen Euro zugeordnet worden.Parallel dazu ermittelte die rumänische Kripo der Provinz Dâmbovița teilweise gegen dieselben, bislang nicht festgenommenen Mitglieder der Gruppe. Die Polizisten durchsuchten im Juni mit Unterstützung von zwei Beamten aus Rottweil 16 Adressen in Rumänien und nahmen acht Verdächtige fest. Sechs von ihnen wurden dort in Untersuchungshaft genommen. Die Einsatzkräfte stellten außerdem sieben hochwertige Fahrzeuge sowie Bargeld in erheblichem Umfang sicher. Die länderübergreifende Operation wurde durch das Projekt des Landeskriminalamts Baden-Württemberg "ISF LUMEN Expanded", kofinanziert von der Europäischen Union, unterstützt. Zeitgleich nahmen Beamte in Deutschland ein weiteres, mit Haftbefehl gesuchtes Mitglied der Gruppierung fest. Ein weiterer Beschuldigter stellte sich bei der Polizei in Rottweil und wurde ebenfalls festgenommen. Von den Verdächtigen werden elf in Deutschland beschuldigt. Fünf von ihnen im Alter von 23 bis 46 Jahren befinden sich mittlerweile in der Bundesrepublik in Untersuchungshaft. Ein 33 Jahre alter Beschuldigter befindet sich überdies in Rumänien in Haft. Gegen ihn liegt den Angaben nach ein europäischer Haftbefehl vor. © dpa-infocom, dpa:260721-930-415893/1