E-Auto-Förderung geht oft an Haushalte mit wenig Geld

Datum21.07.2026 11:21

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie neue E-Auto-Förderung der Bundesregierung zeigt erste Erfolge bei der Unterstützung einkommensschwächerer Haushalte. Bis Juli entfielen 48% der bewilligten Anträge auf Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 45.000 Euro. Die Zuschüsse variieren je nach Einkommen, Familiengröße und Fahrzeug, können bis zu 6000 Euro betragen. Kritiker bemängeln jedoch, dass auch geförderte Neuwagen für viele Menschen mit geringem Einkommen unerschwinglich bleiben, und fordern eine Ausweitung der Förderung auf Gebrauchtwagen.

InhaltMit neuen Regeln wollte die Bundesregierung die Förderung für Elektroautos gerechter verteilen: Wer weniger verdient, wird stärker untersützt. Eine Anfrage zeigt nun, dass das Konzept zu funktionieren scheint. Die neue E-Auto-Förderung unterstützt in vielen Fällen einkommensschwächere Haushalte. Bis zum 10. Juli entfielen 48 Prozent der bewilligten Anträge auf Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 45.000 Euro. Das steht in einer bislang unveröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage des Linkenabgeordneten Jorrit Bosch, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Insgesamt seien bis zu diesem Stichtag 17.226 Anträge bewilligt worden, hieß es in der Antwort. Das Programm der Bundesregierung fördert Kauf und Leasing von Elektroautos und bestimmter Plug-in-Hybride. Voraussetzung ist eine Neuzulassung seit dem 1. Januar 2026. Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bis zu 6000 Euro ausmachen (mehr zur Förderung und wie Sie sie beantragen, lesen Sie hier ). "Die ersten Zahlen zeigen, dass die soziale Staffelung zumindest teilweise greift: Fast die Hälfte der Bewilligungen entfällt auf die niedrigste Einkommenskategorie", sagte Bosch, der verkehrspolitischer Sprecher der Linkenfraktion ist. "Trotzdem bleibt das Grundproblem bestehen: Viele Menschen mit geringem Einkommen können sich auch mit staatlicher Förderung keinen Neuwagen leisten." Spätestens 2027 müsse daher die Förderung auch auf bezahlbare Gebrauchtwagen ausgeweitet werden, so Bosch. "Andernfalls bleibt die Antriebswende trotz sozialer Staffelung für viele Menschen unerschwinglich." Die Basisförderung der Bundesregierung liegt bei 3000 Euro für reine Elektroautos. Für Haushalte mit einem Einkommen von maximal 60.000 Euro gibt es 4000 Euro, für Haushalte mit einem Maximal-Einkommen von 45.000 Euro 5000 Euro. Pro Kind steigt die Förderung um 500 Euro, insgesamt um höchstens 1000 Euro. Wer Geld bekommen will, muss sein Fahrzeug ab Kauf mindestens drei Jahre behalten. Wer zu viel verdient, geht allerdings leer aus: Die Fördergrenze liegt bei einem Haushaltseinkommen von 80.000 Euro. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass bislang vor allem Gutverdiener E-Auto fahren. 2023 besaßen demnach 6 Prozent aller Haushalte ein E-Auto oder einen Plug-in-Hybrid. Bei Haushalten mit einem Einkommen von unter 2600 Euro im Monat waren es jedoch nur 1,3 Prozent. Bei Haushalten mit Einkommen über 5000 Euro waren es dagegen mehr als zehnmal so viele. Ein Kauf kommt für Sie nicht infrage? Lesen Sie hier , für wen stattdessen Leasing-, Autoabo- und Carsharing-Modelle das Richtige sind.