Tour de France: Nächtliche Dopingkontrolle auch bei deutschem Radsportteam

Datum21.07.2026 10:56

Quellewww.zeit.de

TLDRDas deutsche Radsportteam Red Bull-Bora-hansgrohe wurde nächtlich auf Doping kontrolliert. Teamchef Ralph Denk zeigt Verständnis für die Maßnahmen zur Gewährleistung eines sauberen Sports, kritisiert jedoch die negativen Auswirkungen auf die Regeneration. Solche nächtlichen Kontrollen werden von der International Testing Agency (ITA) als notwendig für die Glaubwürdigkeit des Radsports verteidigt, stoßen aber auch auf Kritik von Fahrern.

InhaltFlorian Lipowitz, Remco Evenepoel und ihre Teamgefährten bei Red Bull-Bora-hansgrohe sind in der Nacht auf Doping getestet worden. Teamchef Ralph Denk ist einverstanden. Die umstrittenen nächtlichen Dopingkontrollen bei der Tour de France gehen weiter. In der Nacht zu Dienstag wurden alle acht Fahrer des deutschen Rennstalls Red Bull-Bora-hansgrohe auf Doping kontrolliert. "Auch wir sind heute Nacht besucht worden. Die Rennfahrer haben zum Teil schon geschlafen und haben die Kontrollen mitgemacht", berichtete Team-Manager Ralph Denk im ZDF-Morgenmagazin. "Es hindert natürlich schon die Regeneration", sagte Denk, signalisierte aber auch sein Verständnis für die Maßnahme: "Primär haben wir eine schwarze Vergangenheit im Radsport und deshalb ist es gut, dass hier kontrolliert wird", sagte der Vorgesetzte des deutschen Nachwuchsfahrers Florian Lipowitz und dem belgischen Gesamtzweiten Remco Evenepoel. "Dass tief in der Nacht kontrolliert wird, gibt das Reglement her. Es sorgt dafür, dass unser Sport sauber ist, dass er glaubhaft ist und deshalb gehört das auch dazu." Der Zeitpunkt der Kontrolle liegt für das deutsche Team angesichts des einzigen Einzelzeitfahrens der Rundfahrt an diesem Dienstag dennoch ungünstig. Olympiasieger Evenepoel gilt als hoher Favorit auf den Tagessieg. Das Red Bull-Team ist nicht das erste, das bei der laufenden Frankreichrundfahrt in der Nacht kontrolliert wurde. Bereits am Samstagabend waren sowohl Titelverteidiger Tadej Pogačar als auch der inzwischen mit einem Schlüsselbeinbruch ausgeschiedene Mitfavorit Jonas Vingegaard geweckt worden, um eine Probe abzugeben. Anschließend übten mehrere Tour-Teilnehmer offen Kritik an dem Vorgehen der Kontrolleure. Pogačar selbst drückte zwar sein grundsätzliches Verständnis aus, nannte die Kontrollen aber auch "inhuman". Zudem mutmaßte er, dass der Schlafmangel zu Vingegaards folgenschweren Sturz in den Alpen beigetragen haben könnte. Die verantwortliche International Testing Agency (ITA) verteidigte in einer Stellungnahme ihr Vorgehen. Auch nächtliche Kontrollen seien für ein wirksames Anti-Doping-Programm notwendig. Sie dienten dem Schutz der Integrität des Radsports, hieß es in einer Stellungnahme der Organisation.