Datum21.07.2026 11:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Zahl der bekannt gewordenen Kindesmissbrauchsfälle in Deutschland stieg 2025 auf 17.126, eine Zunahme um 1600 Fälle seit 2021. Laut BKA-Bericht waren drei Viertel der 18.736 registrierten Opfer Mädchen. Häufig besteht eine Vorbeziehung zwischen Opfern und Tätern, meist männlich. Die Statistik erfasst nur das "Hellfeld"; ein erhebliches "Dunkelfeld" unangezeigter Fälle wird vermutet.
InhaltDie Zahl der bekannt gewordenen Fälle von Kindesmissbrauch ist 2025 auf rund 17.000 gestiegen. Das meldet das BKA. Etwa drei Viertel der Opfer waren Mädchen. Die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Missbrauchs an Kindern ist in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. 2025 zählte die Polizei 17.126 Fälle, rund 1600 mehr als noch im Jahr 2021. Das geht aus dem Bundeslagebild "Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen" des das Bundeskriminalamts (BKA) hervor. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), BKA-Chef Holger Münch und die Missbrauchsbeauftragte des Bundes, Kerstin Claus, legten die Zahlen in Berlin vor. Das Bundeslagebild basiert auf Daten der bereits veröffentlichten Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und nimmt besonders die Bereiche sexueller Missbrauch, Missbrauchsdarstellungen (strafrechtlich: Kinderpornografie) und sexuelle Ausbeutung von Minderjährigen in den Blick. Den Angaben zufolge wurden insgesamt 18.736 Opfer im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch von Kindern registriert, ein Anstieg um 3,6 Prozent. Ein Kind kann dabei in der Statistik mehrfach erfasst werden, wenn es wiederholt Opfer wurde. 13.870 der Opfer waren Mädchen, 4866 Jungen. Als Kinder gelten strafrechtlich Personen unter 14 Jahren. Die Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung bestand. Auch die Zahl der Tatverdächtigen stieg erneut, von 12.368 auf 12.823. Es handele sich hauptsächlich um männliche, allein handelnde Tatverdächtige. Die Ermittler gehen davon aus, dass es eine Vielzahl von Opfern von Kindesmissbrauch gibt, die im Dunkeln liegen. Die Statistik spiegelt nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie bearbeiteten Straftaten wider – das sogenannte Hellfeld – einschließlich sogenannter Versuchstaten. Auch das Anzeigeverhalten beeinflusst die Zahlen. "Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen", heißt es in dem Bericht.