Bonn: 60 von 75 Stadtbahn-Fahrzeugen aus Sicherheitsgründen kurzfristig aus dem Verkehr gezogen

Datum21.07.2026 10:06

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Bonn wurden 60 von 75 Stadtbahnen aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen, da Routineprüfungen auf frühzeitige Materialermüdung hindeuteten. Betroffen sind ältere Fahrzeuge. Die Kölner Verkehrsbetriebe stellen 20 Ersatzbahnen zur Verfügung. Dies geschieht kurz nach der Sperrung der Nordbrücke über den Rhein, was erhebliche Verkehrsprobleme für die Region verursacht. Die Stadtwerke hoffen auf eine baldige Wiederinbetriebnahme.

InhaltGerade erst musste in Bonn die wichtige Nordbrücke über den Rhein gesperrt werden. Nun wurde quasi über Nacht ein Großteil der Stadtbahn lahmgelegt. Ersatzfahrzeuge aus Köln sollen die Auswirkungen zumindest etwas begrenzen. Die Stadtwerke Bonn haben über Nacht kurzfristig einen Großteil der Stadtbahnwagen aus dem Verkehr gezogen. Betroffen sind 60 der insgesamt 75 Fahrzeuge. Routinemäßige Prüfungen hätten ergeben, "dass an einigen Bauteilen der Stadtbahnwagen eine frühzeitigere Materialermüdung" auftreten könne, teilten die Stadtwerke (SWB) mit. Um Sicherheitsrisiken auszuschließen, müssten die betroffenen Bahnen intensiver überprüft werden. Deshalb könnten ab diesem Dienstag die meisten Stadtbahnen "kurzfristig vorübergehend nicht eingesetzt" werden. Betroffen seien Fahrzeuge aus den Siebziger- bis Neunzigerjahren. Sie verkehren in der Bundesstadt und im benachbarten Rhein-Sieg-Kreis. SWB-Konzerngeschäftsführerin Anja Wenmarkers bat "im Interesse der Sicherheit aller Fahrgäste um Verständnis". "Wir hoffen, dass die betroffenen Bahnen bereits in der kommenden Woche wieder auf der Strecke unterwegs sein können", heißt es in der Mitteilung. Die Kölner Verkehrsbetriebe werden die gebeutelten Nachbarn demnach mit 20 Stadtbahnwagen unterstützen und dafür ihr eigenes Fahrplanangebot "in einem in der Urlaubszeit vertretbaren Maße" geringfügig ausdünnen. Für Verkehrsteilnehmer in der Region Bonn ist es bereits die Hiobsbotschaft in kurzer Zeit. Zuvor war Anfang Juni bereits die wichtige Nordbrücke über den Rhein kurzfristig gesperrt worden. Das Bauwerk kann voraussichtlich mindestens für die kommenden zwei Jahre nicht genutzt werden. Grund für die Sperrung sind ebenfalls Sicherheitsbedenken. Der Zubringer für die Brücke soll nun abgerissen und neu gebaut werden. Für die Region wurde die Sperrung zum großen Problem – der ADAC sprach von einer "Vollkatastrophe". Viele Autofahrer würden in den Kölner Raum ausweichen und dort das ohnehin am Limit laufende Verkehrssystem belasten. Auch die Wirtschaft zeigte sich besorgt. "Die Rheinbrücken sind die Lebensadern unserer Region", erklärte die IHK Bonn/Rhein-Sieg.