Nahverkehr: Chemnitz schneidet bei Barrierefreiheit gut ab

Datum21.07.2026 10:00

Quellewww.zeit.de

TLDREine ADAC-Untersuchung bescheinigt Chemnitz gute Bedingungen für die Nahverkehrsnutzung mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen. Besonders positiv hervorgehoben werden die Auffindbarkeit der Haltestellen und das Platzangebot. Kritik gilt jedoch dem schwellenfreien Einstieg und der Orientierung für blinde und sehbehinderte Menschen. Der ADAC fordert einen schnelleren barrierefreien Ausbau von Haltestellen und entsprechende finanzielle Mittel.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nahverkehr“. Lesen Sie jetzt „Chemnitz schneidet bei Barrierefreiheit gut ab“. Wer in Chemnitz mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen Bus oder Straßenbahn auf wichtigen Strecken nutzt, findet nach einer Untersuchung des ADAC insgesamt gute Bedingungen vor. Verbesserungsbedarf sieht der Automobilclub vor allem beim Einstieg in die Fahrzeuge und bei der Orientierung, die blinden und sehbehinderten Menschen geboten wird. Für den bundesweiten Test untersuchte der ADAC 149 Bus- und Straßenbahnhaltestellen in zehn Städten. In Chemnitz nahmen die Tester vier Haltestellen auf Strecken zu wichtigen Zielen wie Rathaus, Krankenhaus, Einkaufszentrum und Schwimmbad unter die Lupe. Bewertet wurden der Weg zur Haltestelle, deren Ausstattung sowie der Ein- und Ausstieg. Im Gesamtergebnis schneidet Chemnitz laut ADAC überwiegend gut ab. Positiv bewerteten die Tester vor allem die Auffindbarkeit der Haltestellen und das Platzangebot auf den Bahnsteigen. Kritik gab es dagegen am schwellenfreien Einstieg in Busse und Straßenbahnen. Empfohlene geringe Abstände zwischen Fahrzeug und Bordstein wurden häufig nicht erreicht. Nach Einschätzung des ADAC kommt es dabei auch auf das Fahrkönnen und die Aufmerksamkeit des Fahrpersonals an. Verbesserungsbedarf sieht der ADAC außerdem bei der Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen. Bemängelt werden unter anderem die Zuwegung und die Straßenquerungen im Bereich der Haltestellen. Sitzgelegenheiten seien zwar fast überall vorhanden, Bänke mit Armlehnen fehlten jedoch an allen vier untersuchten Haltestellen. Kritisch bewerten die Tester außerdem die Verkehrsführung an der Zentralhaltestelle. Dort könne die Führung des Radverkehrs zu gefährlichen Situationen für sehbehinderte Menschen führen. Der ADAC fordert, den barrierefreien Umbau von Haltestellen schneller voranzutreiben und ausreichend Geld dafür bereitzustellen. © dpa-infocom, dpa:260721-930-415244/1