Datum21.07.2026 05:45
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Berlin starben im vergangenen Jahr rund 300 Menschen an den Folgen von Drogenkonsum, ein Höchststand. Eine Gedenkveranstaltung findet heute auf dem Oranienplatz statt. Trotz breit gefächerter Hilfsangebote fordern Organisationen die konsequente Umsetzung wissenschaftlich belegter Maßnahmen, den Ausbau niedrigschwelliger Hilfen und die Reaktion auf neue Herausforderungen wie Crack-Konsum. Besonders gefährdet seien Menschen in prekären Lebensverhältnissen. Bundesweit starben 2.150 Menschen durch Drogen, ein Viertel davon unter 30.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Drogen“. Lesen Sie jetzt „Gedenken an Drogentote - Höchststand erreicht“. Für rund 300 Menschen in Berlin hat der Konsum von Drogen nach Angaben von Beratungsstellen im vergangenen Jahr zum Tod geführt. Das sei ein Höchststand, teilte die Organisation Vista (Verbund für integrative soziale und therapeutische Arbeit) mit. Anlässlich des heutigen internationalen Gedenktages für verstorbene Drogengebrauchende ist in Berlin auf dem Oranienplatz in Kreuzberg eine Gedenkveranstaltung (14.00 Uhr) geplant. Auch in rund 100 weiteren Städten soll an Betroffene erinnert werden, wie es hieß. In Berlin gebe es für Menschen, die Drogen konsumieren, ein vielfältiges und qualitativ hochwertiges Hilfesystem, erklärten die Beratungsstellen. Trotz Drogenkonsumräumen, mobilen Angeboten, des deutschlandweit einmaligen Projekts Drugchecking, wo kostenlose Analysen von Drogen erfolgen, und vieler weiterer Maßnahmen seien so viele Menschen wie nie zuvor in der Hauptstadt an den Folgen des Konsums illegalisierter Substanzen gestorben. Das Motto der Veranstaltung laute darum "Verändern, um Leben zu retten!". Wichtig sei es, wissenschaftlich belegte Maßnahmen konsequent umzusetzen, niedrigschwellige Hilfen auszubauen und auf neue Herausforderungen - wie etwa den Konsum von Crack - mit passenden Angeboten zu reagieren, fordern die Organisationen. Besonders hoch sei das Risiko, drogenabhängig zu werden, für Menschen ohne Wohnung oder in prekären Lebensverhältnissen. Hierauf müsse reagiert werden. Bundesweit sind nach Angaben des Bundesdrogenbeauftragten im vergangenen Jahr 2.150 Menschen infolge des Konsums von Drogen gestorben. Jeder vierte Drogentote war demnach jünger als 30 Jahre. 2024 hatte es 2.137 Drogentote gegeben. © dpa-infocom, dpa:260721-930-414487/1