Datum21.07.2026 04:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bergwacht Thüringen verzeichnet in diesem Sommer eine hohe Einsatzfrequenz, insbesondere bei Unfällen von Mountainbikern und Wanderern. Hitzebedingte Erschöpfung und mangelnde Konzentration führen vermehrt zu Stürzen. Die Zahl der Einsätze gleicht dem Vorjahr. Neben Rettungen gehört auch medizinische Erstversorgung zu den Aufgaben. Die Bergwacht appelliert an gute Vorbereitung und realistische Selbsteinschätzung, um Unfälle zu vermeiden.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bergretter“. Lesen Sie jetzt „Was die Bergwacht diesen Sommer bislang auf Trab hält“. Die laufende Sommersaison hat Thüringens Bergrettern bereits etliche Einsätze beschert. Besonders häufig eilte die Bergwacht bislang etwa wegen Verletzungen beim Mountainbiken und beim Wandern zu Hilfe. Gerade an den heißen Tagen der vergangenen Wochen sei es etwa bei Mountainbikern zu gesundheitlichen Problemen gekommen, hieß es von der DRK-Bergwacht Thüringen. Bei entsprechender Hitze habe etwa die Konzentration auf den Abfahrten in den Bikeparks, auf Trails oder bei Touren durch den Wald nachgelassen, was erhöhte Unfallgefahr bedeutete und zu Erschöpfung und Stürzen führte. So ging es etwa bei den insgesamt 73 Einsätzen der ehrenamtlichen Bergretter im Zeitraum von April bis Anfang Juli bei Oberhof in 40 Fällen um Mountainbiker und andere Radfahrer. In Oberhof gibt es einen großen Bikepark mit etlichen Trails, die teils stark bergab gehen. Die Einsatzzahlen für die Sommersaison bewegen sich demnach auf einem dem Vorjahr ähnlichen Niveau: Im gesamten vergangenen Jahr eilten sie in 82 Fällen Mountainbike- und Radfahrern zu Hilfe und in 51 Fällen Wanderern und Bergsteigern. 2025 lag die Gesamtzahl der Bergwacht-Einsätze bei 779 – Rettungsaktionen in der Wintersaison inklusive. "Neben der Rettung aus schwer zugänglichem Gelände gehören auch die notfallmedizinische Erstversorgung in enger Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten und der Luftrettung zu den Aufgaben der Bergwacht", zählt Daniel Fritzsche, Referent Bergwacht im DRK-Landesverband Thüringen, auf. Auch bei Outdoor-Veranstaltungen, etwa Cross-Läufen, in den entsprechenden Regionen sei die Bergwacht dabei. Die Ehrenamtlichen unterstützen auch Vermisstensuchen, bekämpfen Vegetationsbrände und retten auch Tiere. An Ostern war die Bergwacht etwa zu einer über mehrere Tage auf einer steilen Stelle einer Bohlenwand festsitzenden Wildziege bei Saalfeld gerufen worden. Gerade in den Sommerferien und bei gutem Wetter nutzen nach Einschätzung der Bergwacht Wandernde, Mountainbiker, Kletterer und andere Erholungssuchende verstärkt die Mittelgebirgsregionen des Freistaates. Mehr Menschen führten in der Regel aber auch zu mehr Einsätzen. Es sei erfreulich, dass die Thüringer Berge und Wanderregionen derzeit wieder viele Menschen anzögen, so Andreas Bühl, der Landesleiter der DRK-Bergwacht Thüringen. "Gleichzeitig beobachten wir, dass eine gute Vorbereitung und die realistische Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit auch in unseren Mittelgebirgen entscheidend sind, um Unfälle zu vermeiden", so Bühl weiter. Die Bergwacht Thüringen empfiehlt daher bestimmte Sicherheitsvorkehrungen gerade auf Mountainbike-Trails und allgemein beim Radeln in den Bergen zu beachten: Zur DRK-Bergwacht Thüringen gehören 23 Bergwachten und rund 220 aktive ehrenamtliche Einsatzkräfte. Das Einsatzgebiet erstreckt sich entlang des Rennsteigs vom Wartburgkreis bis in den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowie über Teile der Rhön und des Südharzes. Die Bergretterinnen und Bergretter sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. © dpa-infocom, dpa:260721-930-414307/1